Ein Landkreis trauert

Abschied von Frank-Martin Neupärtl: Sein letzter Weg

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Borken. 1000 Trauergäste waren am Samstagnachmittag gekommen, um den verstorbenen Frank-Martin Neupärtl zu verabschieden. Bei der Trauerfeier wurde sein Abschiedsbrief verlesen.

Wie zerbrechlich das Glück, wie wertvoll jeder einzelne Mensch, wie kraftvoll der Glauben und wie kostbar die Momente sind, die man zusammen verbringen darf, das ist es, was Frank-Martin Neupärtl den Menschen des Schwalm-Eder-Kreises zum Abschied mit auf den Weg gab.

Am Samstagnachmittag fand in der evangelischen Stadtkirche in Borken die Trauerfeier für den an einem Krebsleiden verstorbenen Landrat statt – dabei verlas Pfarrer Matthias Kämpfer auch einen Abschiedsbrief Neupärtls. „Es ist eine Trauerfeier, wie er sie sich wünschte“, betonte Kämpfer.

Schlicht, aber in einem würdigen Rahmen: Bergleute standen Ehrenwache, Kerzen, Blütenblätter und einige Kränze. Ein Foto eines lächelnden Frank-Martin Neupärtls. Berührender Gesang von Gabriele Töpperwein, Oswald Musielski und Sören Flimm. Und die Predigt eines Pfarrers, der dem Verstorbenen verbunden war. Man sei tief betroffen vom viel zu frühen Tod Neupärtls, der das Leben so liebte, sagte Kämpfer und sprach vielen Gästen aus dem Herzen. War er doch gerade erst 53 Jahre alt.

„Liebe hat kein Ende.“ - Pfarrer Matthias Kämpfer

Vor allem die Stärke aus der Familie habe Neupärtl den Rückhalt und die Kraft für seine Arbeit gegeben. Der Pfarrer erinnerte an gemeinsame Abende bei Fußball, Bier und Ahler Wurst. An glückliche Zeiten, in denen man das Leben gefeiert und mit allen Sinnen genossen habe – doch jetzt sei nichts mehr wie früher. „Ich würde mich am liebsten zu Euch setzen, schweigend, klagend, nachdenkend und weinend“, sagte Kämpfer in Richtung der Familie.

Kämpfer würdigte die besondere und geborgene Atmosphäre, in der Frau und Tochter ihn zu Hause pflegten. „Euer Zusammensein wurde durch die schreckliche Krankheit nicht getrennt.“

„Gott schütze den Schwalm-Eder-Kreis!“ - Aus den Abschiedsworten von Frank-Martin Neupärtl

Die Wertschätzung, Anerkennung und das Mitgefühl der Menschen aus dem Landkreis und darüber hinaus, hätten Neupärtl während seines Kampfes gegen den Krebs gut getan. Die große Anteilnahme zeige auch, wie beliebt der Landrat war. „Er war ein Mensch: zugänglich, nahbar, berührbar.“ Einer, der sich der Probleme der Menschen annahm. Einer, mit einer klaren Sprache. Ein Christ.

Einer, für den jeder Mensch den gleichen Wert hatte. Pfarrer Kämpfer rief in Neupärtls Sinne dazu auf, dass die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis, Flüchtlinge mit offenem Herzen aufnehmen und ihnen Schutz gewähren sollten. Ein letzter Appell des Landrates, der besonders berührte. Der deutlicher als alle Beschreibungen machte, dass der Landrat ein großes Herz hatte. Und der verdeutlichte, dass Frank-Martin Neupärtl wusste, wie zerbrechlich Glück ist – und wie kostbar jeder zufriedene Moment.

Von Maja Yüce

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Quelle: HNA

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