Abschluss zum Gedenken an die jüdischen Opfer Naumburgs mit Lutz Kann

Vortrag des Totengebets: Lutz Kann (li.) und Peter Soltau. Foto: Privat

Naumburg. Zum Abschluss der Veranstaltungen anlässlich der Verlegung der Stolpersteine für die von Naumburg aus deportierten und größtenteils ermordeten Bewohner jüdischen Glaubens, organisierte die verantwortliche Initiative einen weiteren Rundgang mit anschließender Gedenkveranstaltung.

Rund 40 Bürger aus Naumburg, Vertreter der Lokalpolitik und der Kirche trafen sich am Haus in der Unteren Straße 11, um von dort aus einen Rundgang zu jenen Häusern zu machen, vor denen der Künstler Günter Demnig am vergangenen Montag zur Erinnerung an ehemalige jüdische Bewohner Stolpersteine in das Pflaster eingelassen hatte (wir berichteten).

Aus Berlin angereist

Besonders zu erwähnen ist dabei die leidenschaftliche Rede des 92-jährigen Lutz Kann vor dem Geburtshaus seiner Mutter Bertha Kander. Kann ist ein in Wolfhagen geborenen Einwohner jüdischen Glaubens, der inzwischen auch Ehrenbürger der Stadt ist. Der 92-Jährige war extra aus Berlin angereist, um es sich nicht nehmen zu lassen, die Veranstaltung zur Erinnerung an die Vernichtung der jüdischen Gemeinde Naumburgs im Jahr 1938 zu begleiten.

Lutz Kann erinnerte an das furchtbare Schicksal der Menschen, die einst in guter Nachbarschaft in der Stadt lebten, dann aber mehr und mehr durch die Politik der Nationalsozialisten ausgegrenzt und schließlich getötet wurden.

Bei einer Gedenkveranstaltung im Rathaus sagte Bürgermeister Stefan Hable, dass die Initiative die rückhaltlose Unterstützung der Gremien der Stadt und Parteien habe. Mit dem von Kann vorgetragenen jüdischen „Gebet der Leittragenden“, dem Kaddisch, erreichte die Veranstaltung ihren emotionalen Höhepunkt.

Quelle: HNA

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