Felsberger Einwohner erhalten im kommenden Jahr neue Abrechnungen

Abwasser wird künftig teurer

Felsberg. Die Felsberger Einwohner müssen sich demnächst mit einem neuen Abrechnungssystem auseinandersetzen: Das Parlament hat am Donnerstag die Einführung der gesplitteten Abwassergebühren beschlossen.

Das mit einer interessanten Stimmenverteilung: 15 Abgeordnete aus allen Fraktionen stimmten dafür, 17 enthielten sich der Stimme.

Damit folgt die Stadt nun der gesetzlichen Vorgabe. Die verlangt, das künftig das Niederschlagswasser also Regen separat berechnet wird. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen: Die Dächer und die versiegelten Flächen im Stadtgebiet wurden bereits bei einer Befliegung erfasst. Jetzt also gibt es genaue Daten, wer seine Einfahrt, seinen Hof oder sein Grundstück mit Rasengittersteinen, Asphalt oder mit Pflaster versehen hat, wo Wasser versickern kann und wo es in die Kanalisation abfließt. Denn das kostet künftig extra.

Die gesplittete Abwassergebühr sei zwar eine gute Idee der Gesetzgeber wolle, dass Regenwasser versickere sei aber dennoch ein unbeliebtes Thema, sagte Babette Tanner von der SPD. Denn die neue Gebühr bedeute vor allem für Eigentümer von großen Höfen und Häusern eine deutliche Teuerung. Das sah auch Werner Rippel (FDP) so. Er schlug vor, eine Infobroschüre zu erstellen, damit man den Bürgern Einsparmöglichkeiten aufweisen könne.

Auch die Christdemokraten zeigten sich nicht besonders angetan von der neuen Gebühr: Denn die vermeintlich gerechtere Verteilung der Kosten sei doch eine ungerechte: Sie bestrafe all diejenigen, die große Grundstücke oder Dachflächen besitzen, sagte Michael Schüte. Sie verstärke noch weiter das Problem der Landflucht und Abwanderung in die Städte.

Felsberg sei wie jede andere Kommune rechtlich zum Handeln gezwungen, sagte Bürgermeister Steinmetz. Denn die Abwassergebühr solle sicher stellen, dass die Abwasserbeseitigung kostendeckend arbeite. Der Beschluss ist nun die Voraussetzung dafür, dass die Stadt die genaue Kostenberechnung vornehmen kann. Die Bescheide aber gehen frühestens nächsten Sommer an die Einwohner heraus, so Steinmetz Einschätzung. (bra)

Quelle: HNA

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