Firmen erhalten dubiose Schreiben für einen Eintrag bei der Gewerbeauskunft-Zentrale

Abzocke amtlich getarnt

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Post von der Gewerbeauskunft: Renate Klapp vom Nagelstudio in der Wolfhager Burgstraße ist der dubiosen Firma nicht auf den Leim gegangen.

Wolfhager Land. Die Schreiben der so genannten Gewerbeauskunft-Zentrale (GWE) machen einen amtlichen Eindruck, da sie in ihrer optischen Aufmachung behördlichen Schreiben zum Verwechseln ähnlich sind. Mehrere Firmen im Altkreis Wolfhagen sind in den vergangenen Wochen wieder auf diese Masche herein gefallen.

Renate Klapp vom Wolfhager Nagelstudio in der Burgstraße hat in diesen Tagen den zweiten Brief der obskuren Firma im Briefkasten gehabt. „Wenn man das unterschreibt wird es teuer. Ich habe von der Betrugsmasche im Fernsehen erfahren und den Brief gleich weggeworfen“, sagt sie.

Im Schreiben der Gewerbeauskunft-Zentrale wird der Empfänger aufgefordert dies auszufüllen und zurück zu schicken. Tut er dies nicht, erhält er nach wenigen Wochen erneut Post und wird ermahnt. Viele Betroffene fallen erst auf dieses zweite Schreiben herein.

Hat sich ein Empfänger verleiten lassen, die Aufforderung unterschrieben zurück zu senden, erhält er wenig später eine Rechnung. Für drei Jahre Vertragslaufzeit mit Eintrag ins Branchenbuch werden rund 1100 Euro fällig.

Tatsächlich findet sich auf der Rückseite des Schreibens, versteckt im Kleingedruckten, der Hinweis, dass man mit der Zurücksendung des ausgefüllten Schreibens die Eintragung in eine Art Branchenbuch beauftragen würde.

Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Düsseldorf gingen jährlich hunderte Strafanzeigen gegen die GWE ein, sagt Sprecher Ralf Herrenbrück.

Nachdem vom Gericht aktuell die Täuschung bestätigt worden sei, habe man jetzt alle Anzeigen zur Bearbeitung an einen Oberstaatsanwalt für Wirtschaftsdelikte übergeben. Damit können Betroffene jetzt doch noch Hoffnung schöpfen.

Bisher galt: Das Angebot ist moralisch anstößig aber keine Straftat.

Quelle: HNA

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