Gewölbekeller in der Altstadt besuchen

Gedränge in der Unterwelt: Zahlreiche Besucher kamen zur Besichtigung

Der Chor tritt im Gewölbekeller auf
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Gesang im Gewölbe: Musikalisch unterhielt der Chor Naumburger TonArt die Besucher der Altstadt-Kellertour.

Acht von insgesamt 70 historischen Gewölbekellern konnten in Naumburg besichtigt werden. Ein Steinmetzmeister sorgte für die Unterhaltung.

Naumburg - Mit einer solchen Publikumsresonanz hatten die Verantwortlichen des Naumburger Geschichtsvereins und die des Fördervereins Altstadt Naumburg im Vorfeld vermutlich nicht gerechnet.

Denn das Angebot, historische Gewölbekeller in der Altstadt zu besichtigen, nutzten am Samstagnachmittag mehrere hundert Besucher.

Rund 70 solcher historische Keller sind vom Geschichtsverein inzwischen detailliert erfasst worden. Acht von ihnen konnten während der Kellertour in Augenschein genommen werden. Michael Loskant vom Geschichtsverein: „Lediglich zwölf der von uns kartierten Gewölbekeller sind architektonisch noch nicht vermessen.“

Ursprüngliche Häuser fielen Stadtbrand in 1684 zum Opfer 

Könnten Steine sprechen, so hätten die Besucher Geschichten aus den frühen Jahren der 1170 urkundlich erstmals erwähnten Stadt Naumburg, die 2020 ihr 850-jähriges Bestehen feiern kann, zu hören bekommen. Denn die Keller mit ihren damals üblichen Tonnendecken stammen überwiegend aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Nicht jedoch die über ihnen erbauten Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Die ursprünglichen Häuser fielen nämlich fast vollständig dem großen Stadtbrand am 9. Juli 1684 zum Opfer. 

Auf den alten Kellergewölben errichteten die Bewohner dann wieder ihre neuen Häuser – oft in einer anderen Ausrichtung und auch Größe. All das lässt sich heute dank der alten Gewölbekeller gut nachvollziehen.

Für ein Unterhaltungsprogramm wurde auch gesorgt 

Die Besucher konnten während der Kellertour aber nicht nur einen Teil der geschichtsträchtigen Naumburger Unterwelt besichtigen, was sonst nur den Eigentümern oder Bewohnern vorbehalten ist, es gab auch ein Unterhaltungsprogramm. Von Steinmetzmeister Uwe Bächt im mittelalterlichen Gewand bekamen sie anhand eines Modells gezeigt, wie die Gewölbekeller gebaut wurden. 

In einem anderen Keller präsentierte Birgit Bächt ihre „künstlerisch-königlichen“ Tonarbeiten. Mit einem ganz anderen Material, nämlich Papier, begeisterte Bernd Hanke mit seiner „upcycling-kunst.“ Der Bochumer Künstler Peter Beckmann zeigte seine Grafiken „Der Totentanz von Naumburg“ und Uli Hippmann ihre Keramikarbeiten. Für die musikalische Note sorgte der Chor Naumburg TonArt und auch kulinarisch gab es ein breit gefächertes Angebot. Ein Renner dabei war der Ausschank des Naumburger Bratapfellikörs mit Sahnehäubchen.

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