Tafeln im Rückhaltebecken informieren über Wiesenbrüter- und Hochwasserschutz

Achtsamer in Auen sein

Stellten die Tafeln vor: Jürgen Holland-Letz, Dr. Gerald Näser, Michael Lenz, Stefan Ebener, Winfried Becker, Dr. Klaus Lambrecht, Heinz Stübing und Dr. Wulf Rheinwald (von links). Foto: Rose

Schwalmstadt. Wiesenbrüter- und Hochwasserschutz sind kein Gegensatz – das beweisen neue Infotafeln am Damm und im Rückhaltebecken zwischen Treysa und Ziegenhain. Umgesetzt haben das Projekt Ehrenamtliche der HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz), die Stadt Schwalmstadt, das Regierungspräsidium Kassel, der Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises, der Wasserverband Schwalm sowie die Naturlandstiftung Hessen, Kreisverband Schwalm-Eder. Die beiden letzteren sorgten anteilig für die Finanzierung.

Bereits in der Vergangenheit zeichnete sich die Schwalm durch ein bedeutendes Vorkommen von Vogelarten aus: „Das ist jedoch gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts deutlich zurückgegangen“, erklärte Vogelexperte Heinz Stübing. „Hier können sich Naturschutz und Hochwasserschutz ergänzen“, sagte Vize-Landrat Winfried Becker. Die Schwalmwiesen sind durch ihren hohen Grundwasserstand Lebensraum für viele Vogelarten, unter anderem für den Storch.

Hochwasserlagen

Immer wieder ist die Landschaft geprägt von kritischen Hochwasserlagen, insbesondere nach einsetzendem Tauwetter. Nach dem Hochwasser im Dezember 1960 wurde 1962 der Wasserverband Schwalm gegründet. 2006 wurde ein 2716 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet zum „Vogelschutzgebiet Schwalmniederung bei Schwalmstadt“ ausgewiesen. Die offene Wiesen- und Ackerlandschaft zähle zu den fünf besten Brutgebieten des Storches in Nordhessen, erläuterte Becker.

Zudem ist die Fläche wichtiges Rast-, Überwinterungs- und Vermehrungsgebiet für Zugvogelarten. „Hochwasserschutz, landwirtschaftliche Nutzung und Vogelschutz stehen in diesem Gebiet gleichrangig nebeneinander.“

Schon seit Jahren bemühen sich Naturschützer um den Kauf von Flächen im Rückhaltebecken, um diese dem Vogelschutz, insbesondere den bedrohten Wiesenbrütern, zu widmen. Zusätzlich wurden auf inzwischen etwa 30 Hektar Flachwasserteiche angelegt und für ausreichend Beweidung und Pflege gesorgt.

Verständnis für die Natur

„Mit den neuen Hinweistafeln sollen die Spaziergänger auf dieses bemerkenswerte Projekt hingewiesen werden“, erklärte Becker. Schwalmstadts Bürgermeister Dr. Gerald Näser lobte die Idee: „Die Tafeln tragen bei Kindern und Jugendlichen zum Verständnis für die Natur bei.“ Im Rückhaltebecken wurden zusätzliche Tafeln aufgestellt, die Spaziergänger – insbesondere Hundehalter – auf die störungsempfindlichen Vogelarten hinweisen. „Durch rücksichtsvolles Verhalten und das Anleinen der Hunde können Störungen der Rast- und Brutvögel vermieden werden“, sagte Heinz Stübing. Wichtig sei auch, dass die Tafeln nicht die äußeren Grenzen des Vogelschutzgebietes markierten. „Das Gebiet reich von Zella bis hinüber nach Allendorf/Landsburg.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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