Lkw-Fahren nehmen unerlaubte Abkürzung in Edermünde-Grifte an Schule vorbei

Achtung, Kinder in Gefahr: Unerlaubte Abkürzung in Edermünde-Grifte

Gefährliche Abkürzung: Ordnungsamtsleiter Stephan Wassmuth zeigt, von wo die Lkw-Fahrer unerlaubter Weise kommen. Im Hintergrund die Schule und vorne die Brücke. Fotos: Dewert

Edermünde. Eigentlich sollte die Blitzeranlage in Grifte den unerlaubten Lkw-Verkehr aus dem Ort fernhalten. Dort gilt ein generelles Durchfahrverbot. Doch was sich jetzt in dem Edermünder Ortsteil abspielt, bezeichnet Ordnungsamtsleiter Stephan Wassmuth als Wahnsinn.

Immer wieder werden Lkw-Fahrer mit ihren Fahrzeugen geblitzt, die die festinstallierte Anlage am Ortseingang im Gegenverkehr umfahren (siehe Bild unten), damit das Kennzeichen nicht zu erkennen ist.

Wird ersetzt: Die Blitzeranlage soll bald beide Richtungen kontrollieren. Lkw-Fahrer ziehen in den Gegenverkehr, um ihr auszuweichen.

Die Anlage ist so eingestellt, dass sie jeden Lastwagen blitzt. Ob eine Ausnahmegenehmigung vorliege, werde später geprüft. Doch damit nicht genug: Jüngst häufen sich Berichte, wonach einige Fahrer einen Wirtschaftsweg von Holzhausen nach Grifte nehmen und so die Anlage komplett umfahren. Der Weg führt allerdings an der Ernst-Reuter-Schule in Grifte vorbei. „Eltern haben uns berichtet, dass sich bereits Kinder mit Sprüngen in den Graben in Sicherheit bringen mussten, um den Lastwagen auszuweichen. Das ist in höchstem Maß verantwortungslos und gefährlich“, kritisiert Wassmuth.

Brücke nur bis zehn Tonnen

Unglaublich dreist: Die Anlage blitzt automatisch jeden Lastwagen. Auf den Blitzerfotos sind aber die Kennzeichen nicht zu erkennen. Foto: Dewert/Quelle: Gemeinde Edermünde

Hinzu komme, dass die Lastwagen eine Brücke passieren müssten, die bis maximal zehn Tonnen ausgelegt sei. Die Lkw-Fahrer setzten Kinderleben aufs Spiel, um 15 Minuten Fahrzeit zu sparen. Fahrer aus Nordwesten (und umgekehrt) sparen sich mit der Durchfahrt durch Grifte einige Kilometer über die A 49, um auf die A 7 zu gelangen. Das Ordnungsamt sei nur in der Lage, vereinzelt zu kontrollieren, sagt Wassmuth. Auch die Polizei habe nicht die Kapazitäten.

Neue Blitzeranlage

Eine neue Blitzeranlage soll jetzt wenigstens das Problem mit den Lastwagen im Gegenverkehr minimieren. Die neue Anlage am selben Standort wird über ein Schwenkgelenk verfügen. „Wir können dann in beide Fahrtrichtungen knipsen“, sagt Wassmuth. Leider nur entweder oder, je nachdem wie die Anlage eingestellt ist. 30 Euro zahlen die Fahrer für die unerlaubte Durchfahrt. „Peanuts. Die haben das Geld meist schon in der Hand, wenn wir sie rauswinken“, sagt Wassmuth leicht resigniert.

Er habe sogar erlebt, dass Fahrer vor der Anlage anhielten und warteten, bis der Gegenverkehr nachlässt, um dann auszuweichen. „Einen Rückstau nehmen die eisenhart in Kauf. Zum Glück hatten sich ein Autofahrer das Kennzeichen des Lastwagens notiert“, sagt er. Die geringen Geldbußen seien aber nicht abschreckend genug.

Nach wie vor sei die Belastung für die Menschen, die entlang der Ortsdurchfahrt in Grifte wohnten, sehr hoch. Aber es sei nicht hinnehmbar, dass Menschenleben in Gefahr seien. Nach einer Lösung des Problems werde gesucht.

Quelle: HNA

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