Ältere zeigen Interesse

Gemeindevertreter stimmen für Wohnanlage 50plus

Ehlen. Die Werbemaschninerie ist noch nicht richtig angelaufen und die Einrichtung noch ein gutes Stück davon entfernt, tatsächlich gebaut zu werden. Doch telefonisch haben schon mehrere Personen Interesse angemeldet. In Ehlen soll eine Anlage für Betreutes Wohnen für ältere Menschen (50plus) geschaffen werden.

Am Mittwochabend fassten die Habichtswalder Gemeindevertreter einen Grundsatzbeschluss. Die Sozialdemokraten waren sich in ihrer Zustimmung einig, die CDU-Fraktion enthielt sich.

Gemeinsam mit Projektentwickler Heinrich Bambey aus Knüllwald wollen Gemeindevertreter und Beteiligte aus Habichtswald in den kommenden Wochen ein Konzept für die Anlage erstellen. Bambey betonte, dass er bei seinen Projekten einen anderen Weg gehe als sonst in den Kommunen üblich und damit bei seinen 19 Wohnkonzepten durchweg gute Erfahrungen gesammelt habe. Er übertrage kein am Reißbrett entworfenes Modell in die Landschaft, das am Bedarf vorbeigehe.

Er setze auf Zusammenarbeit und gab ein Beispiel: Eine Frau aus der Nachbarschaft Habichtswalds habe sich in diesen Tagen bei ihm nach der Wohnanlage erkundigt. Sie meinte, sie benötige eine große Wohnung, da sie derzeit in einem Haus lebe. Die von ihm preferierte Verfahrensweise schenke ihm die Flexibelität, auf diese und weitere Wünsche von künftigen Nutzern einzugehen.

Arbeitssitzung im Vorfeld

Im Vorfeld der Gemeindevertretersitzung hatte es Mitte Januar eine Arbeitssitzung gegeben, an der Fraktionsmitglieder, Gemeindevorstand, Pfarrer, Landfrauen und der ASB teilnahmen. In dieser Runde schilderte Heinrich Bambey die Situation älterer Menschen in Habichtswald vor. So lebten aktuell etwa 1000 Personen in der Gemeinde, die älter seien als 65 Jahre - Tendenz steigend. Unter ihnen liege der Anteil der alleinlebenden Frauen und Männer bei 40 Prozent.

Nach ersten groben Überlegungen könnte das Gebäude auf dem gemeindeeigenen Grundstück des ehemaligen Bauhofes an der Kasseler Straße in Ehlen errichtet werden. Es soll 14 Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe beherbergen. Servicebüro, Gemeinschaftsraum und eine Tagesbegegnungsstätte für alle älteren Menschen der Gemeinde sollen die Attraktivität des Angebots steigern.

Die Wohnanlage soll durch einen Bauträger beziehungsweise Investor errichtet werden. Die Betreuungsträgerschaft für das Wohnkonzept 50plus soll an den ASB übertragen werden.

So argumentierten die Fraktionen

Holger König von der CDU-Fraktion hält die Wohnanlage 50plus grundsätzlich für eine gute Idee. Allerdings kritisierte er am Mittwochabend das hohe Tempo, mit dem das Vorhaben in trockene Tücher gepackt werden soll. In den Beschlussunterlagen sei die Rede von einem Konzept. Er und sein Kollege Adreas Heerdt würden aber kein Konzept kennen. Für beide habe das Vorhaben, Wohnraum für Menschen ab 50 Jahren zu schaffen, momentan eher den Status einer Idee, wenn auch einer guten Idee. Sie baten darum, den Grundsatzbeschluss erst in vier Wochen herbeizuführen, wenn sie besser mit der Materie vertraut seien.

Sebastian Hillberger (SPD) hingegen erklärte, dass er und seine Fraktion sich bestens informiert fühlten. Der demografische Wandel setze nicht erst morgen ein; schon jetzt habe er begonnen. Habichtswald dürfe den Trend nicht verschlafen, müsse etwas für jüngere, aber auch für ältere Menschen tun. Die SPD-Fraktion hob geschlossen die Hände und fasste den Grundsatzbeschluss zur Errichtung der Anlage. (ant)

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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