Internationales Reitturnier in Spangenberg - Der Trubel rund ums Turniergeschehen

Von Äpfeln und Zöpfen

Blick immer nach vorne: Die Zeitrichter Dick Nijhof (vorne) und Rüdiger Friedrich (spiegelt sich im Laptop) bewerteten am Samstag die Leistungen der Reiter. Fotos:  Landau

Spangenberg. Ohne Technik geht heute gar nichts mehr. Während die Besucher beim Spangenberger Reitturnier am vergangenen Wochenende nur edle Rösser und elegante Reiter sahen, wurden hinter den Kulissen im Wortsinne oft auch die Strippen gezogen.

Im Richterturm am Rande des neuen Reitplatzes stapelten sich Kabel, Rechner, Monitore. Die Tage, in denen die Ergebnisse mit Kreide auf Täfelchen gemalt wurden, sind lange vorbei. Vor dem großen Ereignis hatten die Techniker zig Meter Kabel gezogen und damit die Voraussetzungen für die Arbeit der Zeitrichter geschaffen.

Kenner mit Stoppuhren

Dick Nijhof und Rüdiger Friedrich verfolgten am Samstagnachmittag mit Kennerblick das Geschehen auf dem Reitplatz. Dabei setzten sie aber nicht nur auf Computer und Co., sondern auch auf eine handelsübliche altmodische Stoppuhr. Zeit für ein Interview hatten sie nicht – das Springturnier forderte ihre ganze Konzentration.

Genau auf der anderen Seite des Richterturms konzentrierten sich Lena Rossmanith (15) und Chantal Baule (13). Sie hatten den Abreitplatz im Auge und sagten den dort wartenden Reitern an, wer sich demnächst für den Start bereit halten sollte. „Das macht echt großen Spaß: Ich wollte diese Aufgabe unbedingt übernehmen“, erzählte Lena Rossmanith.

Konstanze Götjes kennt die Jobs, um die sich die ehrenamtlichen Helfer reißen – und die, die niemand gerne übernehmen möchte. Wie beispielsweise das Aufsammeln der Pferdeäpfel. Aber auch diesen ungeliebten Dienst erledigen die Jungs und Mädchen vom Reit- und Fahrverein Spangenberg. „Für die meisten ist es wichtig, einfach dabei zu sein“, sagt Götjes.

Küllmers kochten Kaffee

Ebenfalls mit vollem Eifer dabei war die Familie Küllmer. Ob Frühstück oder Kaffee und Kuchen – Vater Bernd, Mutter Anja und Sohn Lukas hatten das Kommando über das „Kaffee-Zelt“. Vier Tage lang belegten Küllmers schon ab morgens um halb fünf Brötchen und sorgten bis in den Abend hinein dafür, dass Reiter und Helfer weder Hunger noch Kaffeedurst leiden mussten.

Rund ums große Reitturnier herrschte emsiges Gewusel – wenn auch in kleineren Maßstäben. Ein paar Meter hinter dem Trubel des Turnierplatzes bereiteten Franziska Reif, Kirsten Stöbel, Chiara Seitz und Cheyenne Stallwood das Pony Woody auf die Führzügelprüfung vor.

Das Aufwendigste war wohl die hübsche Flechtfrisur des Ponys. Bei dieser Prüfung zählt der Gesamteindruck, also auch das Styling. „Ich freu mich auf die Prüfung, bin aber schon aufgeregt“, sagte Cheyenne Stallwood.

Gefreut haben sich an den heißen Turniertagen auch die Pferde, wenn sie unter die Dusche geführt wurden: Die Pferdepfleger spritzten die Tiere mit Wasserschläuchen ab.

Der Spangenberger Reit- und Fahrverein zog am Samstag eine positive Zwischenbilanz. „Mit den Besucherzahlen sind wir sehr zufrieden. Vor allem am Freitag war es super, die Tribünen waren voll“, sagte Konstanze Götjes.

Von Lisa Landau

Quelle: HNA

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