Zugführer wartete in Beiseförth nicht auf Reisende aus den Ersatzbussen

Ärger über Cantus-Bahn

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Er fährt täglich mit dem Cantus nach Kassel: Doch am Montag erwischte Dirk Fischer den Anschluss in Beiseförth nicht.

Malsfeld/Morschen. Einfach stehen gelassen wurden viele Fahrgäste am Montagmorgen am Bahnhof in Beiseförth: Der Cantus-Zug nach Kassel fuhr ihnen vor der Nase weg. Einer der Betroffenen war Dirk Fischer aus Altmorschen. Er wirft dem Zugführer des Cantus mangelnde Umsicht vor.

Fischer fährt seit zehn Jahren mit dem Zug nach Kassel zur Arbeit. Weil die Zugstrecke zwischen Bebra und Beiseförth derzeit gesperrt ist, muss er zusammen mit vielen anderen Fahrgästen den Ersatzbus bis Beiseförth nehmen und dort in den Cantus nach Kassel umsteigen.

Als zwei dieser Ersatzbusse am Montag gegen viertel vor sechs in Beiseförth ankamen, stand der Cantus bereits am Gleis, erzählt Fischer. „Der Busfahrer hatte aber Schwierigkeiten beim Einparken, deshalb hat es zwei, drei Minuten länger gedauert, bis wir aus dem Bus aussteigen konnten“, schildert der 40-Jährige. Bevor die Fahrgäste den Cantus erreichen konnten, war dieser schon abgefahren. Der nächste Zug wäre erst eine Stunde später gefahren.

„Die anderen Fahrgäste waren aufgebracht“, sagt Fischer. Der eine Ersatzbus sei voll, der andere halbvoll gewesen - Fischer hatte also viele Leidensgenossen. „Wir haben den Busfahrer dann solange bekniet, bis er uns nach Melsungen gebracht hat“, sagt Fischer. Von dort aus fuhr er mit der Regiotram weiter nach Kassel - kam aber eine halbe Stunde zu spät bei der Arbeit an.

Viele Beschwerden

Besonders ärgerlich findet Fischer den Vorfall, weil ein Fahrdienstleiter in Beiseförth am Bahnsteig war. „Er und der Zugführer hätten sehen müssen, dass die beiden Ersatzbusse gerade angekommen waren.“ Er fragt sich, ob die Cantus-Züge nach dem Motto „Hauptsache pünktlich - auch ohne Fahrgäste“ fahren.

Tatsächlich hätten die Fahrer wenig Spielraum, sagt Cantus-Sprecherin Susanne von Weyhe. „Wenn das Freizeichen für die Strecke kommt, müssen sie losfahren und können nicht noch zwei Minuten warten.“ Nur die Leitstelle könnte die Abfahrt des Zuges verzögern, indem sie das Freizeichen später gibt.

Die Umstellung auf den Busersatzverkehr sei sehr holprig verlaufen, räumt sie ein. „Die Übergänge haben nicht funktioniert.“ Es habe deshalb viele Beschwerden gegeben. „Wir entschuldigen uns bei den Fahrgästen und hoffen auf ihr Verständnis“, sagt von Weyhe. Der Ersatzfahrplan mit Bussen sei wegen einer Baustelle auf der Straße schwierig einzuhalten gewesen. „Aber es wird besser“, verspricht von Weyhe.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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