Ausschreibungspaket hat 2,9 Millionen Euro Volumen

Ärger um Aufträge beim Schülertransport: Kleinunternehmer aus dem Kreis kritisieren Vergabepraxis

Schwalm-Eder. Die Neuvergabe von Aufträgen im Schülertransport durch den Landkreis hat für Unruhe gesorgt. Bei einer europaweiten Ausschreibung hatten drei kleinere Firmen den Kürzeren gezogen.

Dabei geht es um den Transport von Kindern mit Einschränkung zur Hermann-Schuchard-Schule in Schwalmstadt, Schule am Dom in Fritzlar, Odenbergschule in Gudensberg und Karl-Preising-Schule in Bad Arolsen. 170 Kinder werden pro Tag gefahren.

Der Auftrag sei in sechs Lose (Teile) gesplittet und europaweit ausgeschrieben worden, erklärte Landrat Winfried Becker. Bei einer Größenordnung von mehr als 200 000 Euro sei eine europaweite Ausschreibung unumgänglich. Das Ausschreibungspaket habe bei einer Laufzeit von fünf Jahren ein Volumen von 2,9 Millionen Euro. Den Zuschlag erhielten drei Unternehmen aus Frankfurt, Mainz und Wasenberg. Die Firmen beschäftigen laut Kreis aber Fahrer aus der Region.

Dadurch hätten mehrere kleinere Busfirmen ihre Linien verloren, klagt Matthias Wettlaufer von der CDU-Kreistagsfraktion. Den Unternehmen seien ihre Verträge nicht verlängert worden, obwohl sie teils jahrzehntelang für den Landkreis tätig gewesen seien.

„Das ist nicht fair. Große Firmen machen den Markt kaputt“, klagt Fabian Siemon aus Frielendorf. Bislang teilte sich seine Firma mit acht Kleinunternehmern einen Teil der Beförderung zur Herman-Schuchard-Schule. Diesmal wollte er gemeinsam mit Heike Stutz aus Schrecksbach und der Firma Dippel den gesamten Auftrag für die Schule, der ging aber an eine andere Firma.

Für die Firmen ist der Schaden immens. „Dadurch gehen mir 50 Prozent des Umsatzes verloren“, sagt Heike Stutz. Sie fühlen sich ungerecht behandelt: „Wir können nicht glauben, dass es günstiger sein soll, wenn große Firmen eingesetzt werden“, so Siemon.

Mehr dazu lesen Sie in unserer gedruckten Ausgabe.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare