Unbekannte öffneten Brief

Ärger um zugeklebten Umschlag im Postkasten: "Ich finde heraus, wer das war"

+
Bildunterschrift: Mit Klebestreifen verschlossen: So fand Jürgen Wurst den vermissten Brief am Montagmorgen in seinem Postkasten. Wurst möchte aus persönlichen Gründen nicht fotografiert werden.

Böddiger. Tagelang haben Martina und Jürgen Wurst aus Böddiger auf einen wichtigen Brief gewartet. Als dieser endlich in ihrem Postkasten steckte, kam der Schreck: Der Umschlag, der noch halb aus dem Briefkasten hervorschaute, war offenbar von Unbekannten geöffnet und dann mit Klebeband wieder verschlossen worden.

Der Brief kam vom Arbeitgeber von Martina Wurst und enthielt vertrauliche Unterlagen. "Wenigstens stand unsere Kontonummer nicht in dem Brief", sagt Jürgen Wurst. Doch die Vorstellung, dass ein Fremder persönliche Daten seiner Frau in der Hand hatte, ist ihm unheimlich.

Am 8. April war der Brief in Düsseldorf abgestempelt worden. "Da hätte er eigentlich am 9., spätestens am 10. April da sein müssen", sagt Wurst. Doch stattdessen steckte das Schreiben erst am 14. April im Postkasten.

Jürgen Wurst geht davon aus, dass der Brief versehentlich in einen falschen Postkasten geworfen wurde. Der Empfänger habe den Brief offenbar mit Wasserdampf geöffnet und ihn dann wieder mit Klebestreifen verschlossen. "Das zeigt doch, dass das kein Versehen war."

Er könne sich nicht vorstellen, dass das wichtige Schreiben vom Absender, dem Arbeitgeber seiner Frau, mit Klebestreifen verschlossen wurde. "Der Finder hätte uns den Brief doch persönlich überreichen können, anstatt ihn einfach in den Postkasten zu stecken." Offenbar habe der Unbekannte aber ein schlechtes Gewissen gehabt.

Jürgen Wurst kann sich nicht vorstellen, dass jemand den Brief aus seinem Postkasten geklaut hat, denn lange liegen die Briefe bei ihm nie unbemerkt im Kasten. Der 60-Jährige ist früh verrentet und deshalb viel zu Hause. "Meistens nehme ich die Post persönlich vom Briefträger entgegen", sagt er. Zuletzt hatte Wurst am Sonntagabend gegen halb elf in den Briefkasten geschaut da war das Schreiben noch nicht da. "Das hat jemand in einer Nacht- und Nebelaktion da reingesteckt."

Jürgen Wurst hat sich bei der Deutschen Post beschwert. "Die haben sich entschuldigt und wollen der Sache nachgehen", sagt er. Wurst will nun auch Anzeige bei der Polizei erstatten. "Ich finde heraus, wer das war", ist er überzeugt.

Von Judith Féaux de Lacroix

Das sagt die Post

„Es kommt leider immer mal wieder vor, dass ein Brief falsch eingeworfen wird“, räumt Alexander Böhm, Sprecher der Deutschen Post, auf HNA-Anfrage ein. Dies könne zum Beispiel passieren, wenn Briefe zusammenkleben. Wenn der falsche Empfänger den Brief dann versehentlich öffne, weil er ihn auf den ersten Blick für seine eigene Post halte, könne man ihm daraus keinen Vorwurf machen. Etwas anderes sei es natürlich, wenn jemand den Brief öffnet, obwohl er weiß, dass er nicht der Adressat ist: „Das wäre eine Straftat“, erklärt Böhm. „Wenn ein Postbote das macht, würde das zu seiner sofortigen Entlassung führen.“ Auf dem Weg nach Böddiger könne der Brief nicht geöffnet worden sein, stellt Böhm klar: „Im Briefzentrum, wo die Post verteilt wird, bekommt kein Mensch den Brief in die Hand – das läuft alles maschinell.“ (jul)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare