Niedergelassene Mediziner

Honorar-Streit: Ärzte drohen mit Dienst nach Vorschrift

Schwalm-Eder. Krankenkassen und Ärzte streiten ums Honorar. Die Auswirkungen könnten auch die Patienten im Schwalm-Eder-Kreis zu spüren bekommen. „Wir Ärzte dürfen zwar nicht streiken, aber wir wehren uns gegen zu niedrige Lohnerhöhungen“.

Das sagt Dr. Dieter Conrad, Vorsitzender des hessischen Hausärzteverbandes aus Neuental. Das würde dann so aussenen: „Wir könnten Dienst nach Vorschrift machen, dann bliebe einiges liegen oder wir machen Urlaub und dann bleiben Praxen geschlossen“, sagt Conrad. Betroffen wären davon die Patienten, deren Versorgung aber nicht gefährdet wäre. Vor allem würde viel Verwaltungsarbeit nicht erledigt. Auf die seien die Krankenkassen angewiesen.

Etwa 100 niedergelassene Ärzte gibt es im Landkreis. „Sie waren lange ruhig“, sagt Conrad. Das sei nun vorbei. Denn die Einkommenserhöhungen seien bei den Hausärzten in Hessen nicht angekommen. „In den vergangenen sechs Jahren hatten wir eine Steigerung von insgesamt 5,1 Prozent, dass ist unter der Inflationsrate“, sagt Conrad. Das meiste Geld sei an Ärzte in Ostdeutschland gegangen.

Die Forderung nach mehr Geld sei nicht unverschämt. „Wenn wir bei 7 Prozent ansetzen und 3,5 Prozent bekommen, sind wir zufrieden. So läuft das bei den Gewerkschaften auch.“ Ein niedergelassener Arzt, bei dem am Monatsende 3400 Euro netto rauskommen, verdiene gut. „Eine ganze Menge Ärzte liegen drunter. Manche verdienen mit ihrer Praxis gerade mal 2500 Euro netto. Darüber lachen VW-Mitarbeiter.“ Rechne man Arbeitszeit, Ausbildung und Verantwortung gegen, gehe die Rechnung nicht auf. Da müsse man sich nicht wundern, dass es weniger Hausärzte gebe - gerade in ländlichen Regionen. „Es ist schon so, dass das kaum einer mehr machen will.“ Die Krankenkassen, die im Geld schwimmen, müssten dringend nachverhandeln.

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Quelle: HNA

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