Ärzte skeptisch bei neuer Gesundheitskarte

Schwalm-Eder. Die neue elektronische Gesundheitskarte, die bis Ende 2013 an alle gesetzlich Versicherten ausgegeben werden soll, stößt bei Ärzten auf große Skepsis. Sie befürchten einen höheren Bearbeitungsaufwand und warnen vor Daten-Missbrauch.

Die Krankenkassen wurden vom Gesetzgeber angehalten, bis Jahresende mindestens zehn Prozent ihrer Kunden mit der neuen Karte auszustatten. Die ersten Versicherten sind in den vergangenen Wochen angeschrieben worden.

Die neue Karte wird aber zunächst nicht mehr Daten enthalten als die bisherige. Die Ausnahme: Ein Foto des Versicherten soll verhindern, dass die Karte verbotenerweise weitergegeben wird.

In einem weiteren Schritt könnten auf dem Chip aber auch die Patientenakte, Befunde sowie Informationen über Arznei-Unverträglichkeiten und Allergien gespeichert werden. Welchen Umfang die Datensammlung haben wird, ist noch nicht entschieden.

„Die Daten sollten grundsätzlich beim Arzt und beim Patienten bleiben“, sagt Dr. Dieter Conrad (Neuental), Sprecher des Hessischen Hausärzteverbandes.

Für die Praxen werde die neue Karte eine Belastung darstellen, weil etwa am Quartalsbeginn mit einem Lesegerät die Daten online abgeglichen werden müssten. Derzeit sei der Nutzen für die Patienten noch gering, räumt Ralf Metzger, Pressesprecher der AOK Hessen ein. Das werde sich aber ändern, wenn weitere Informationen transportiert werden könnten. Metzger: „Die Hoheit über diese Daten wird aber auf jeden Fall beim Patienten liegen.“

Ein Befürworter der neuen Karte ist der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke, der dem Gesundheitsausschuss angehört. „Sie dient der Missbrauchsbekämpfung, der Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung und der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit“, sagt er.

Mehr dazu in der gedruckten Ausgabe.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare