Baubeginn erst 2018

Vorbereitung läuft: Ärztehaus für Melsungen geplant

Soll erweitert werden. Das Sand-Center Melsungen am Sparkassenplatz in der Eröffnungswoche Ende Mai 2008, jetzt soll die Erweiterung mit Parkhaus, Einkaufsmöglichkeiten und dem Ärztehaus kommen. Foto: Archiv

Melsungen. Die Stadt Melsungen soll ein ärztliches Versorgungszentrum bekommen. Barrierefrei und mit direktem Anschluss an ein Parkhaus.

Entsprechende Anträge stellen SPD und CDU in der letzten Sitzung der Stadtverordneten für diese Legislaturperiode am 8. Februar. Der Baubeginn wäre nach Volker Wagner, SPD-Fraktionschef, aber frühestens 2018 möglich.

Zuerst müsse die Polizei mit ihrer Station an die Nürnberger Straße ziehen. Vorher wird das jetzige Gelände am Sand nicht bebaut werden können. Im dort entstehenden Sandcenter II solle der Handel ausgeweitet werden, und in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse ein Parkhaus entstehen.

Man benötige einige Zeit zur Vorbereitung und für Gespräche mit den Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. „Noch ist die breite ärztliche Versorgung gut“, sagt Wagner. Das könne sich aber in den kommenden Jahren auch in Melsungen ändern. Viele Ärzte würden immer älter und hätten Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Durch den Generationenwechsel werde sich in den kommenden Jahren ein Umbruch anbahnen.

Es sei daher wichtig, rechtzeitig die Weichen zu stellen. Dazu gehöre, die passende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Barrierefreiheit sei dabei wichtig. „Viele Praxen liegen derzeit eher im ersten Obergeschoss oder höher“, sagt Wagner. Das sei für viele Patienten ein echtes Hindernis, falls es keinen Aufzug gebe. Genau diese Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, sei eine Sache, die man als Stadt und Politik machen könne. Denkbar sei auch eine Art Baukostenzuschuss, um einen Wechsel oder eine Ansiedlung zu fördern, sagt Wagner.

Der Magistrat müsste mit Ärzten und Gesundheitsdienstleistern Kontakt aufnehmen. Ein Investor für dieses Projekt innerhalb der Sandcentererweiterung wäre vorhanden, sagt Wagner. Das Ärztehaus sei ein Modell, das sich gut tragen könnte. Ins Medizinische Versorgungszentrum in Baunatal kämen täglich bis zu 500 Patienten. Dies wirke sich positiv auf den Einzelhandel aus. Patienten seien auch Kunden.

Für den Anfang plane man mit einer Mindestgröße von 1000 Quadratmetern, die aber erweiterbar sei. „Wir wünschen uns weitere Facharztsitze.“

Kritik gab es an dem Vorstoß der SPD von der CDU in Melsungen: „Bereits im November waren sich die Vertreter der Fraktionen im Gestaltungsbeirat der Stadt darüber einig, dass im Rahmen der Weiterentwicklung des Sandcenters ein ärztliches Versorgungszentrum entstehen soll“, sagt Fraktionschef Bernhard Lanzenberger. Der Alleingang der SPD sei daher unnötig. Es herrsche bei allen Fraktionen Konsens. Die Entscheidung sollte als Gemeinschaftsantrag eingebracht werden, sagt er weiter.

In dem Gebäude könne unter anderem ein zentraler Bereich für Empfang, Wartebereich und Administration geschaffen werden, um die Kosten dafür teilen zu können. Unter diesen Voraussetzungen sei auch die Genehmigung durch die kassenärztliche Vereinigung wahrscheinlicher, sagt Lanzenberger.

Quelle: HNA

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