Ärztemangel auf dem Land: Verbund soll Versorgung sichern

Fritzlar. In Fritzlar soll ein Weiterbildungsverbund für Ärzte und Gemeinden gegründet werden. Das wurde jetzt bei einer Informationsveranstaltung im Hospital in Fritzlar beschlossen. Von 20 teilnehmenden Ärzten hätten fünf großes Interesse, am Verbund mitzuwirken.

Laut Elke Dausch, der Projektmanagerin des geplanten Verbundes ist das eine große Menge. In vergleichbaren Organisationen seien viel weniger Mediziner.

Der Weiterbildungsverbund „Allgemeinmedizin Nordhessen Regional“ soll die gesundheitliche Versorgung auf dem Land langfristig sichern. Er ist eine gemeinsame Initiative der Hardtwaldkli-nik I Bad Zwesten, der Universität Marburg sowie des Hospitals zum Heiligen Geist Fritzlar und des Herz-und Kreislaufzentrums Rotenburg.

Die beiden Krankenhäuser aus Rotenburg und Fritzlar haben im Oktober vergangenen Jahres die Gesellschaft für regionale Gesundheit (GRG) gegründet. Diese unterstützt die wohnortnahe medizinische Versorgung und setzt sich für eine Vergrößerung des Verbundes ein.

Ziele des Verbundes sind, junge Mediziner durch attraktive Angebote auf das Land zu locken, dort weiterzubilden und möglichst in der Region zu halten. Dies könnten, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden zum Beispiel ein Kindergartenplatz und eine verbilligte Wohnung sein.

Die zweite Informationsveranstaltung fand im Hospital in Fritzlar für Hausärzte und die Bürgermeister der Kommunen statt, um diese für die Mitarbeit im Verbund zu gewinnen. „Wir möchten den jungen Medizinern ein Rundum-Sorglospaket bieten, dabei soll auch die Möglichkeit einer Weiterbildung bestehen“, erklärt Elke Dausch.

Dazu soll die optimierte Ausbildung gehören, die durch einen Verbund lücken- und reibungsloser ablaufen könnte, als wenn sich die jungen Ärzte selbst um einen Platz bemühen müssten. Bei einer Eigenorganisation dauert eine Ausbildung durch bürokratische Hürden oftmals anstatt fünf bis zu zehn Jahre, diese Zeit könnte der Verbund deutlich verkürzen.

Er könnte dazu beitragen, dass keine langen Wartezeiten mehr zwischen den verschiedenen Ausbildungsstationen entstehen.

Es soll ein kreisweites Netzwerk gesponnen werden, in das die Kommunen integriert sind, etwa durch Ansprechpartner in Rathäusern oder durch Kinderbetreuung.

Der nächste Schritt besteht darin, einen Lehrplan zu beschließen, welcher die Kriterien einer guten Ausbildung festlegt.

Finden sich genug Interessenten, wird der Verbund im April gegründet.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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