Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Kaum Anschluss unter neuer Nummer 116117

Schwalm-Eder. Die neue bundesweit einheitliche Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst wird für die meisten Menschen im Schwalm-Eder-Kreis vorerst nutzlos sein. Das bestätigt Cornelia Kur, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV).

Lediglich die Einwohner des Bereitschafts-Bezirks Melsungen werden von der Telefonnummer 116117 profitieren. Zu diesem Bezirk gehören die Menschen aus Melsungen, Felsberg, Morschen, Malsfeld und Spangenberg. Die bisherige Telefonnummer für diesen Bezirk 0700/22244333 wird zwar noch für eine Übergangfrist aktiv bleiben, solle aber bald auslaufen, sagt Dr. Margareta Jung aus Morschen.

Für alle anderen Einwohner des Landkreises gilt ab dem 16. April, dass sie wie bisher ihren diensthabenden Arzt über die Tagespresse oder ihren Hausarzt erfahren.

„Die Ärzte im Schwalm-Eder-Kreis organisieren ihren Bereitschaftsdienst überwiegen kollegial“, sagt Dr. Dieter Conrad, Sprecher des hessischen Hausärzteverbandes aus Neuental. Diese Dienste seien bei der Servicezentrale der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KB), die die einheitliche Nummer organisiert, nicht hinterlegt. Wer also die 116117 wählt und nicht aus dem Bezirk Melsungen kommt, werde zwar in der Servicezentrale landen, aber keine Auskunft über den zuständigen Bereitschaftsdienst erhalten. Es sei aber sinnvoll, sich die Nummer einzuprägen. In anderen Teilen Deutschlands würde der Service funktionieren. Er sei außerdem zuversichtlich, dass es in Hessen bald eine neue Regelung des Bereitschaftsdienstes gebe. Gerade junge Ärzte würden wegen der kollegialen Bereitschaftsvertretung nicht aufs Land gehen wollen.

Wegen des Ärztemangels arbeite man an einer Neuregelung. In zwei Jahren solle diese umgesetzt sein. Dann würde die 116117 auch im Landkreis funktionieren.

HINTERGRUND

Die neue einheitliche Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst lautet 116117. Sie wird ab Montag, 16. April funktionieren. Die Nummer ist ein zusätzliches Angebot. Das heißt, die bisherigen Nummern bleiben gültig. Ein Anruf ist immer kostenlos - aus dem Fest- und Mobilnetz. Sollte die Festnetznummer zugeordnet werden können, wird der Patient sofort mit dem zuständigen Bereitschaftsdienst verbunden. Im Schwalm-Eder-Kreis gilt fast überall der kollegiale Bereitschaftsdienst. Die Nummern der Hausärzte werden in der HNA veröffentlicht. Körle und Guxhagen sind an die Kasseler Zentrale angeschlossen, die Nummer: Tel. 0561/19292. (ddd)

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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