Afghanischer Windhund aus Wolfhagen ist Deutscher Vizemeister im „Coursing“

Stolzes Siegerteam: Züchterin Heidrun Nowack und der vierjährige Afghanische Windhund Harith-Jameel az-Tarnak. Fotos: Triesch

Wolfhagen. Schönheit und Geschwindigkeit – das sind die beiden Attribute, mit denen man wohl am ehesten einen Windhund beschreiben würde. Kommen dann noch Eifer, Intelligenz, Geschicklichkeit und Ausdauer hinzu, sind alle Voraussetzungen erfüllt, um ein Sieger im so genannten „Coursing“ zu werden: Einer Sportart für Windhunde.

Einer dieser Sieger trägt den glanzvollen Namen Harith-Jameel az-Tarnak – genannt Jameel. Der vierjährige Afghane aus Wolfhagen hat sich gegen 400 seiner flinken Artgenossen durchgesetzt und sich Platz Zwei bei den diesjährigen Deutschen Coursing Meisterschaften in Babenhausen erlaufen.

„Bei den Rennen wird unter anderem das Jagdverhalten der Tiere bewertet“, erklärt Jameels Frauchen, Heidrun Nowack. Ziel ist es, eine echte Hasenhetze zu simulieren.

Bei einer Laufstrecke von etwa 1000 Metern verfolgten die Hunde querfeldein eine Hasenattrappe . „Dabei geht es allerdings nicht nur um Schnelligkeit. Die Hunde müssen auch reaktionsfähig sein, denn sie jagen mit dem Auge und nicht nach Geruch“, schildert Nowack. Das Verhalten der Hunde wird dabei von mehreren Richtern bewertet.

Tierschutz hat Priorität

Tierschutz wird bei den Coursings, die sich den Jagdtrieb der Hunde zunutze machen, groß geschrieben. Es geht nicht darum, ein gutes Geschäft daraus zu machen. „Wetten sind bei Hunderennen in Deutschland verboten“, erklärt die erfahrene Züchterin. Demnach müssen die Tiere für die Rennen eine Lizenz haben, dürfen nicht jünger als 18 Monate und maximal acht Jahre alt sein. „Den Hunden machen diese Rennen aber richtig Spaß“, sagt Nowack. „Die lauffreudigen Tiere brauchen das und sind am Start kaum zu halten.“

Und Nowack kennt sich aus: Bereits seit 1980 begleiten Afghanische Windhunde den Alltag der 65-Jährigen und seit 1995 züchtet sie. Alle zwei bis vier Jahre gibt es bei Familie Nowack einen neuen Wurf. „Allerdings nur, wenn auch eine Abnahme gesichert ist“, so Nowack. „Denn wir züchten nicht fürs Tierheim.“

Auch Jameel stammt aus der eigenen Zucht. Erst im Dezember vergangenen Jahres kehrte er wieder in sein altes Zuhause zurück. Er ist ein klassisches Scheidungskind“, erklärt die Züchterin. Da sie stets in gutem Kontakt zu den Abnehmern steht, nahm sie den Rüden wieder auf, als sie von deren privaten Problemen erfuhr.

„Ich bin zu eng mit den Tieren verbunden, als dass ich zulassen würde, dass sie in ein Heim kommen.“

Und das nicht ohne Grund: Bis die Welpen nach der Geburt aus dem Gröbsten raus sind, erhalten sie zwölf Wochen lang die volle Aufmerksamkeit und leben in der sozialen Gemeinschaft der ganzen Familie Nowack.

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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