Fragen und Antworten

Afrikanische Schweinepest auf dem Weg nach Deutschland - keine Gefahr für Menschen

+
Nachdem die Afrikanische Schweinepest jüngst bei Wildschweinen in Tschechien aufgetreten ist, sind Landwirte und Jäger alarmiert. 

Schwalm-Eder. Die Afrikanische Schweinepest ist für Wild- und Hausschweine oft tödlich. Bis Polen und Tschechien hat sie sich schon ausgebreitet. Wir beantworten Fragen zur Tierseuche.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?
Laut Friedrich-Löffler-Institut handelt es sich um eine hochansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine mit seuchenhaftem Verlauf, hoher Krankheitshäufigkeit und hoher Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus. Bislang gibt es keinen Impfstoff. Der Virus ist widerstandsfähig und hält sich in Fleisch und Fleischprodukten, Blut sowie in gepökelten oder geräucherten Waren monatelang, so das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Ist die Seuche für Menschen gefährlich?

Da es sich bei dem ASP-Virus nicht um eine Zoonose – eine zwischen Mensch und Tier übertragbare Infektionskrankheit – handelt, ist die Afrikanische Schweinepest für Menschen ungefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches berge kein gesundheitliches Risiko, schreibt das Umweltministerium auf seiner Homepage. Beruhigend ist außerdem, dass sich Haustiere wie Hunde und Katzen ebenfalls nicht infizieren können.

Welche Folgen hätte ein Ausbruch?

Für Schweinemastbetriebe wäre ein Ausbruch der ASP eine ernst zu nehmende wirtschaftliche Bedrohung, teilte Stefan Strube vom Regionalbauernverband Kurhessen mit. Experten aus Jagd und Landwirtschaft sind besorgt.

Wie wird die Erkrankung übertragen?

Eine Übertragung erfolgt direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Besonders effizient ist die Übertragung über Blut. Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion aus. Auch über Fahrzeuge oder Personen, die aus betroffenen Regionen zurückkehren, kann das Virus verbreitet werden.

Elektrozaun soll die Seuche stoppen: Unser Archivbild entstand im Spätsommer in Tschechien bei Zlin. Die tschechischen Behörden verschärfen die Maßnahmen gegen die unter Wildschweinen grassierende Afrikanische Schweinepest. In dem 50 Quadratkilometer großen Infektionsgebiet um Zlin dürfen Wald und Felder nicht mehr von Menschen betreten werden.

Wildschweine stehen jetzt stark im Fokus, warum?

Wildschweine sind für Nutztiere potenzielle Überträger und gelten im Zusammenhang mit der Tierseuche als großes Risiko. Die Schwarzwilddichte stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Schweinepest, so das Hessische Umweltministerium in einem Merkblatt.

Was wenn Wildschweine erkranken?

Kommt es bei Wildschweinen in Deutschland zu einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, hat das Friedrich-Löffler-Institut einen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Demnach sollen um den Fundort herum Sperrbezirke und Pufferzonen eingerichtet werden. In den betroffenen Bereichen halten die Experten die Tötung des Großteils der Wildschweinpopulation für erforderlich. Dabei handelt es sich dann nicht um Jagd im klassischen Sinne, sondern um Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen.

Welche Verhaltensmaßregeln gibt es vorbeugend?

Für Viehbesitzer aber auch Osteuropareisende und Transportlogistik ist Hygiene das Gebot der Stunde. Darüber hinaus muss nach Ansicht der Experten die Zahl der Wildschweine nachhaltig reduziert werden. Kreisjagdberater Werner Wittich fordert daher die Jäger auf, den Jagddruck auf Wildschweine konsequent aufrechtzuerhalten. Im Wald müsse es jetzt verstärkt bejagt werden.

Was ist zu tun, wenn Hausschweine befallen sind?

Sollte ASP bei Hausschweinen ausbrechen, müssten wohl alle Schweine des betroffenen Betriebs getötet und beseitigt werden. Darüber hinaus würden großflächige Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete eingerichtet. Grundlage ist die Schweinepestverordnung.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare