Die Metzgerei Luckhardt verkauft ihre Schwälmer Wurst auch im Onlineshop

Die Ahle gibt’s im Web

Kunden in der ganzen Welt: Die Stammkundenzahl im Internetladen von Sylwia und Volker Luckhardt wächst. „Schnelle Lieferung, sehr gute Qualität“, bescheinigen ihnen Kommentatoren. Foto: Grede

Seigertshausen. Der Wursthimmel hängt über Nordhessen, heißt es. Dafür, dass die für viele Menschen paradiesischen Zustände sich in der ganzen Welt verteilen, sorgt auch die Metzgerei Luckhardt in Neukirchen-Seigertshausen. Sie hat, wie einige andere Anbieter, einen Online-Versand von Ahler Wurscht.

Über den Verein Nordhessische Ahle Wurscht waren die Luckhardts vor ein paar Jahren zum Internetvertrieb gekommen. Inzwischen genießen Runde, Stracke, frische Schwälmer, aber auch Wurstblasen und Schinken aus dem Dörfchen zwischen Schwalm und Knüll Menschen nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch in Hongkong, Spanien, Frankreich und der Schweiz. Die Stammkundenzahl wächst, mit täglich bis zu zehn Paketen sei das ein wichtiges Standbein in ihrem Betrieb, sagt Sylwia Luckhardt (37).

Spezielle Wurstschweine

Von einem Geheimnis um die Herstellung der Ahlen Wurscht will ihr Mann Volker Luckhardt (52) nichts wissen. Hauptsache keine industriellen Hilfsmittel und Fertigmischungen, sagt der Metzgermeister. Spezielle Wurstschweine – sie werden mit besonderem Futter gemästet und müssen ausreichend schwer sein – liefern das Fleisch. Grober Fleischteig und Gewürze wie Salz, Pfeffer und Zucker – dazu kommt Salpeter, um die Wurst haltbar zu machen. Trotzdem, so sagen die Luckhardts, ist der Teig nicht so entscheidend: Wenn die Wurst am Knüppel, also quasi am Wursthimmel hängt, geht es los. Trocknen, reifen und ein möglichst naürlicher Klimarhythmus. „Die Wurst ist wie ein kleines Kind“, sagt der Metzger, „zum Gedeihen sind viel frische Luft und Pflege notwendig“.

Ein Prozess der im Falle der Schwälmer Ahlen Wurscht bis zu einem Jahr dauern kann. Und es sind die natürlichen chemischen Vorgänge innerhalb dieser Zeit, die die Würste zu ihrem geschmacklichen Höhepunkt entgegenreifen lassen. Die Verbindung, die Zucker und Salpeter eingehen, sorgen für die rote Farbe, die langsame Eiweiß- und Fettzersetzung für den Geschmack. Bei den Luckhardts bedeutet das, dass auf 70 Gestellen ungefähr 15 000 Würste ständig in Bewegung sind. In Spitzenzeiten werden immerhin bis zu 30 Zentner Wurst pro Woche produziert.

Luftgetrocknet oder geräuchert? „Es macht halt jeder sein Spezielles“, sagt Luckhardt dazu, dass es in der Fertigung der Ahlen Wurscht durchaus regionale Unterschiede gibt.

Von den leicht geräucherten Schwälmer Würsten der Luckhardts heißt es, dass sie nicht dominant nach Rauch schmecken, sonder fein ausgewogen nach dem mürben Fleisch der ausgewachsenen Wurstschweine.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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