Ahle Worscht ged Dorscht

Roland Siebert hat ein Büchlein in Mundartversen verfasst

Neuental. „Keene Losd off Maddemadigg“, dafür aber auf Mundart hat Roland Siebert. Er erzählt in einer kleinen Fibel, was eine kleine, nordhessische Maus so alles erleben kann.

„De kleene Müüs“ ist in Mundart-Versen verfasst. Auf knapp 60 Seiten wird dargestellt, was die Maus zu bewältigen hat. „De kleene Müüs leff ewwer ne Wesse“ über „Die woar mo im Zoo“ bis hin zu „Die sass off nem Stamme“ sind nur einige Beispiele für die Gefahren, in der die Maus sich permanent befindet.

Auf der jeweils linken Seite des Büchleins sind zweimal vier Verse mit Übersetzung ins Hochdeutsch zu lesen, rechts sind die Ereignisse anschaulich in einer Zeichnung dargestellt.

Lernfibel für Alt und Jung

„Mit dem Dialekt können sich viele Menschen identifizieren, dadurch stärkt sie den Zusammenhalt“, sagt Siebert. Die kleine Fibel ist aus der Mundart-Arbeitsgemeinschaft der Klassen zwei bis vier der Grundschule Homberg-Wernswig entstanden. Vier Jahre hat Siebert die verschiedenen Mundarten weitergegeben, meist an Kinder, damit sie nicht verloren gehen.

„Dialekt bringt Generationen zusammen, die meisten Jugendlichen heutzutage sprechen Hochdeutsch, ältere Menschen aber Platt. Sie müssen sich gegenseitig helfen. Die Mundart ist wieder gerne gehört und erwünscht“, sagt der 74-Jährige. In Nordhessen gebe es 35 bis 40 verschiedenen Dialekte, keiner von ihnen dürfte verloren gehen. Die Fibel hat Siebert geschrieben, um Kinder für das Sprechen eines Dialektes zu begeistern.

„Es handelt sich um eine Lernfibel. Die Kinder können diese zwar lesen, aber sie wissen nicht, wie man die Wörter richtig ausspricht“, sagt Siebert. Dafür benötigten sie Hilfe von Erwachsenen. So wird sichergestellt, dass Junge von Alten etwas lernen.

Mundart als Halt

Die jeweilige Mundart sei die Sprache der Heimat. „Die Menschen brauchen etwas, woran sie sich festhalten können“, sagt Siebert. Er hält auch Lesungen in Mundart. Bereits vier Bücher hat der pensionierte Lehrer verfasst. Die anderen befassen sich mit der Geschichte von Dörfern in Nordhessen.

Roland Siebert ist im Homberger Hochland groß geworden und wohnt seit fast 40 Jahren in Neuental-Dorheim. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft für Nordhessische Mundarten, die sich dafür einsetzt, das kulturelle Gedächtnis des ländlichen Raumes zu fördern. Seine Liebe zum Dialekt sei schon immer vorhanden gewesen, der 74-Jährige konnte sie aber erst wirklich ausleben, seit er im Jahr 2005 im Ruhestand ist.

Neben dem Schreiben widmet er sich dem Angeln oder geht spazieren. • Kontakt: Roland Siebert, Tel. 06693/1320

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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