Aids ist kaum noch Thema im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die Immunschwächekrankheit Aids und der Erreger HIV spielen im Schwalm-Eder-Kreis kaum eine Rolle. Es gebe keine belastbaren statistischen Zahlen für den Landkreis, sagte Dr. Peter Urban, Leiter des Gesundheitsamtes, aber die Zahl von Infizierten sei vergleichsweise gering.

Für Aids beziehungsweise HIV gibt es keine Meldepflicht wie bei anderen Krankheiten, daher hat das Gesundheitsamt keine Daten.

Labore, die Blut auf das Virus untersuchen, würden allerdings anonymisierte Daten weitergeben. So werden Neuinfektionen hessenweit erfasst.

Laut Robert-Koch-Institut gab es im Jahr 2011 hessenweit 125 neue HIV-Infektionen, davon alleine 52 in Frankfurt, das gesondert erfasst wird. Betroffen seien vor allem zwei Hauptrisikogruppen, erläuterte Dr. Urban, nämlich homosexuelle Männer und Menschen aus afrikanischen Ländern, in denen das Virus weit verbreitet ist. „In der Normalbevölkerung ist es kein großes Thema mehr“, hat Urban festgestellt. Das berge die Gefahr, dass mit der Gefahr leichtfertig umgegangen werde.

Aids sei möglichweise deswegen aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten, weil es inzwischen gut wirksame Medikamente gebe. Diese könnten dafür sorgen, dass bei mit dem HI-Virus infizierten Menschen die Krankheit Aids gar nicht erst ausbricht.

Sollte man, etwa nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, den Verdacht haben, man könne das Virus in sich tragen, ist ein sofortiger Test nicht sinnvoll, erläuterte der Leiter des Gesundheitsamtes. Zunächst müsse man sechs bis acht Wochen abwarten, denn erst nach dieser Frist seien die Antikörper nachweisbar. Den Test kann man beispielsweise beim Hausarzt machen lassen. Sollte man infiziert sein, würde man meist in eine Spezialambulanz, etwa nach Kassel, überwiesen.

Quelle: HNA

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