Frech und tabulos

Alan Frei überzeugte mit Stand-up Comedy Programm im Kulturladen

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Schweizer Humor: Alan Frei begeisterte mit witzigem, originellem Comedy-Programm im ausverkauftem Kulturladen.

Wolfhagen. Alan Frei begeisterte jetzt bei seinem ersten Auftritt in Wolfhagen im ausverkauften Kulturladen das Publikum mit einer Super-Show.

Man nehme einen Schweizer, der akzentfrei Deutsch spricht, gebe Improvisationstalent dazu, rühre eine Spur Selbstironie hinein, lasse ihn mit Humor aufgehen und schiebe ihn dann in den Wolfhager Kulturladen-Ofen und schon hat man einen köstlichen Comedy-Abend mit Alan Frei. Mit seinem neuen Programm „Mach dich frei“ meinte er aber zum Leidwesen der zahlreichen weiblichen Zuschauer nicht seine Kleidung, sondern sich freimachen von Vorurteilen und Klischees.

Frech und ohne Tabus räumte er mit deutschen und Schweizer Vorurteilen auf, wie die Bier trinkenden Deutschen und die im Geld schwimmenden Schweizer. Alan Frei kann das inzwischen beurteilen, denn er kommt zwar aus dem Schweizer Kanton Solothurn, ist inzwischen aber „eingedeutscht“ und redet Schwyzer Deutsch nur noch beim Fluchen und Erschrecken.

Schnell hatte er die Sympathie des Publikums schon nach ein paar Sätzen gewonnen. Eine bisschen „small talk“ über Wolfhagen und seine Sehenswürdigkeiten mit einem bestens aufgelegten Publikum und schon war der Funke übergesprungen. Seine Fähigkeit, aus dem Stand heraus auf Zwischenrufe zu reagieren und eine Pointe zu entwickeln, brachte dem Comedian viele Lacher und öfters Zwischenapplaus.

Der 34-Jährige sprühte geradezu von Schlagfertigkeit und Spontanität. Oft wirkte er wie ein junger Lausbub, dem es riesigen Spaß macht, von seinem Pech und Pannen im Leben mit Aufzügen, kleinen Kindern und Frauen, zu erzählen („Ich bin ein Fettnäpfchen-Typ“). Dabei machte er aus einer Mücke den sprichwörtlichen Elefanten und regte sich zum Gaudi der Zuschauer fürchterlich über absurde Situationen auf. Das Publikum amüsierte sich köstlich und kam aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Mit Ironie und Witz, aber auch mit überraschender Ernsthaftigkeit prangerte er die Intoleranz der Menschen gegenüber Homosexualität, Religionsfreiheit und Hass-Tiraden im digitalen Netz an. Am Ende des zweistündigen Programms überraschte Alan Frei als Zugabe mit einem witzigen Video-Selfie unter Einbeziehung des Wolfhager Publikums, das den Schweizer Comedian anschließend mit frenetischem Applaus feierte.

Quelle: HNA

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