Bürgerinitiative gegen Verkehrsführung zu Palletways gegründet

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Die Anwohner aus dem Holzhäuser Feld fürchten um ihre Nachtruhe: Dutzende kamen am Dienstagabend zum Fototermin um ihren Unwillen gegen die geplante Zufahrt zum Standort der Firma Palletways am Viessmanngelände zu äußern. Sie soll über die Waßmuthshäuser Straße und über das Kasernengelände führen.

Homberg. Die Anwohner des Holzhäuser Feldes sind sich sicher: Der Lärm der Lastwagen, die ab Mai jede Nacht die Waßmuthshäuser Straße hinauf zum Standort der Firma Palletways fahren, wird über ganz Homberg schallen. Sie haben nun eine Bürgerinitiative gegründet.

Deren Ziel: Die geplante Verkehrsführung über den Berg hinauf zur Ostpreußenkaserne und über eine noch zu bauende Straße hin zum Viessmanngelände zu verhindern.

„Bislang reden immer alle davon, dass nur die Menschen im Holzhäuser Feld vom Lkw-Verkehr betroffen sein werden, aber das stimmt nicht: Den Krach wird man auch im Osterbach, in Holzhausen und in der Altstadt hören“, ist sich Monika Klüh sicher. Sie hat mit Nachbarinnen 350 Unterschriften gesammelt; an nur zwei Abenden.

„Die Menschen haben Angst vor dem, was da auf sie zurollt“, sagt ihr Nachbar Paul Walter. Anfangs sollen es zwischen 30 und 40 Laster sein, die nachts die steile Waßmuthshäuser Straße in Angriff nehmen.

Später dann soll es die sechsfache Menge werden: Das sind in acht Stunden 240 Laster, die einmal hinauf und einmal wieder hinunter fahren. Also insgesamt 480: „Das ist einer pro Minute. In jeder Nacht“, hat Monika Klüh ausgerechnet.

Diese Aussicht lässt viele Menschen schon jetzt schlecht schlafen. „Die Stadt erschließt ein Neubaugebiet und schickt dann jede Nacht 240 Laster zwei Mal an ihren Häusern vorbei“, sagt Frank-Dieter Beyer, der in Holzhausen wohnt. Sein Schlafzimmerfenster geht direkt auf die Waßmuthshäuser Straße.

Angst vor dem Winter

Die führt nicht nur dicht am Wohngebiet vorbei, sondern ist noch dazu sehr steil: „Da trauen sich im Winter ja nicht mal die Linienbusse runter“, sagt Paul Walter. „Die Lkw werden sich mit Vollgas hoch quälen und mit Motorbremse wieder runterkommen – und das wird dann richtig dröhnen“, befürchtet er.

Er steht nicht alleine damit. Innerhalb kurzer Zeit gründeten Anwohner die Bürgerinitiative, die sich gegen den Plan wehrt: „Wir haben nichts gegen Palletways und gegen Logistiker – aber diese Idee ist ein echter Schnellschuss.“ Vielerorts werde ein Nachtfahrtverbot erlassen, in Homberg dagegen werden Nachtfahrten verstärkt.

Ralf und Annegret Klinder und Achim Gutke befürchten nicht nur eine Belästigung durch Lärm, Abgase und Feinstaub. Zudem steige die Unfallgefahr – so wie der Wert der Immobilien sinke. Das alles ist für die Bürgerinitiative untragbar. Ihr Ziel: Die Verkehrsführung anders planen. „Es gibt Alternativen“, sagt Gutke, „man muss nur unvoreingenommen an die Planung heran gehen.“

Kontakt: Paul Walter, Tel. 05681/773480, E-Mail: p.walter71@gmx.de

Quelle: HNA

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