Viermal im Jahr im Ort für Gottesdienst

Alexander Grodensky ist Rabbiner in der Jüdischen Liberalen Gemeinde Emet weShalom in Felsberg

Herzlich willkommen in Felsberg: Alexander Grodensky, neuer Rabbiner der Jüdischen Liberalen Gemeinde Emet weShalom Region Kassel mit der Vorsitzenden des Vereins, Deborah Tal-Rüttger. Foto: Schaake

Felsberg. Die Jüdische Liberale Gemeinde Emet weShalom in Felsberg hat einen Rabbiner: Alexander Grodensky. Der 35-Jährige hat sich der Gemeinde während eines Gottesdienstes vorgestellt.

Er wird künftig viermal im Jahr für jeweils zwei Tage nach Felsberg kommen und Gottesdienste halten. Das kündigte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Deborah Tal-Rüttger (Gudensberg), im HNA-Gespräch an.

Die Gemeinde Emet weShalom besteht seit 1994. Die derzeit 24 Mitglieder kommen aus Felsberg und der Region. Im September 2016 war in der Felsberger Synagoge erstmals nach fast 78 Jahren wieder Gottesdienst gefeiert worden. Bis 2013 wurde das Gebäude als Gaststätte genutzt.

Die Nationalsozialisten hatten das Innere der Synagoge am 8. November 1938 zerstört und das Inventar zur Wintersonnenwende auf der Burgwiese verbrannt. Nach dem Kauf des Gebäudes durch die Stadt Felsberg im Frühjahr 2016 hat sich der Trägerverein des Synagoque Center zum Ziel gesetzt, Judentum erlebbar zu machen.

Dreimal im Monat wird in der Synagoge Gottesdienst gefeiert, gehalten von Deborah Tal-Rüttger und Annette Willing. Weil Annette Willing ein Studium zur Kantorenausbildung aufgenommen hat, fällt sie derzeit aus.

Alexander Grodensky ist Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Esch-sur-Alzette, eine Liberale Gemeinde in Luxemburg. „Wir hatten das Glück, dass er eine Gemeinde in Deutschland sucht, ohne dass er eine Stelle braucht”, sagt Deborah Tal-Rüttger. Dass er nun Rabbiner in Felsberg ist, sei für die Gemeinde enorm wichtig, sagt die Vorsitzende, „wir sind alle Laien“.

Alexander Grodensky sei für die Gemeinde Berater in religiösen Fragen und Themen der religiösen Lebensführung. Tal-Rüttger: „Wichtig ist auch seine Funktion als Lehrer. Jedes Treffen ist eine Kombination aus Gottesdienst und Lernstunden.“

Ethik war Thema

Zum Auftakt war Ethik das Thema. Weitere aus den Bereichen Bibel- und Thora-Auslegung, jüdische Tradition und Philosophie kommen hinzu. Für den neuen Rabbiner war es ein sehr schöner Empfang in Felsberg, wie er betont: „Ich bin in einer guten Atmosphäre mit offenen Armen und Herzen empfangen worden, und das weiß ich zu schätzen.“

Es sei eine „nette, warme Gemeinde”, Felsberg zeige ein „sehr gemütliches Stadtbild“. Dass die Synagoge nach so vielen Jahren vor allem dank des Vereins zur Rettung der Synagoge nun wieder Gotteshaus und Begegnungsstätte ist, kommentiert der Rabbiner so: „Es ist berührend, dass ein Stück Normalität zurückkehrt.“

Alexander Grodensky wurde 1983 in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikiskans, geboren. Sein Rabbinerstudium absolvierte er am Abraham Geiger Kolleg in Potsdam. In Luxemburg ist er Rabbiner der Israelischen Kultusgemeinde Esch-sur-Alzette. Neben dem Rabbinerstudium hat er an der Universität Potsdam sein Magister Artium in jüdischem Studium absolviert und schreibt jetzt seine Doktorarbeit in jüdischer Theologie. Grodesnsky spricht Russisch, Deutsch, Englisch, Hebräisch und lernt gerade Luxemburgisch. 

Quelle: HNA

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