Einwohner von Wichte kürten bei einem Fest ein neues Waldmännchen

Alina beschützt das Dorf

Beschützer fürs Dorf: Die sechsjährige Alina Kühle (links) ist das neue Waldmännchen. Ihre Vorgängerin Tara Malten (12) übergab ihr den symbolischen Hut. Foto: Riemenschneider

Wichte. Am zweiten Tag des Jahres bleiben die Waldarbeiter zu Hause. Denn nach altem Aberglauben würden sie sonst das Waldmännchen in seiner Winterruhe stören. Im waldreichen, kleinen Dörfchen Wichte hat man diese Geschichte etwas erweitert. Seit 1996 feiern die Einwohner den Waldmännchentag, indem sie unter den Kindern ein eigenes Waldmännchen ernennen, welches dann das ganze Jahr über das Dorf beschützen soll. Diesmal fiel die Wahl auf die sechsjährige Alina Kühle.

Viele waren zum Dorfplatz gekommen, um das neue Waldmännchen zu ermitteln. Dafür waren kleine Päckchen mit Plätzchen gepackt worden, und in einem davon befand sich außerdem eine Walnuss. Das Kind, das das Päckchen mit der Nuss erwischte, wurde das neue Waldmännchen. Diesmal war es die Alina Kühle aus Heinebach, die das Glück auf ihrer Seite hatte. Über ihr neues Amt freut sie sich: „Ich war vorher noch nie Waldmännchen“.

Niemand ging leer aus

Ihre Vorgängerin, die zehnjährige Tara Malten, übergab ihr den Waldmännchenhut und damit natürlich auch die große Aufgabe, das Dorf vor bösen Mächten zu beschützen. Das sei aber nicht schwer gewesen, wie sie berichtet. Auch die anderen 15 Kinder, die gehofft hatten, Waldmännchen zu werden, gingen nicht leer aus. Sie bekamen kleine Waldmännchenfiguren und Wunderkerzen geschenkt.

Bei Lagerfeuer, Schneeflocken, Bockwurst und heißen Getränken war das traditionsreiche Fest für alle Dorfbewohner ein schönes Erlebnis. „Es ist das erste Mal im Jahr, dass sich alle Einwohner treffen, und das ist doch schön.“, sagt Holger Hasenbein. Zusammen mit seiner Schwester Heike Kühle hatte er vor 15 Jahren den Waldmännchentag ins Leben gerufen. Inzwischen beteiligen sich jedes Jahr aufs Neue viele freiwillige Helfer und der Heimatverein Wichte an der Organisation des Festes, das längst zu einem festen Bestandteil des Dorflebens geworden ist.

Von Gesine Riemenschneider

Quelle: HNA

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