Alkohol hat höchsten Suchtfaktor

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Gefährlich: Alkohol wird oftmals als Genussmittel verharmlost. In Wirklichkeit macht er viele Menschen abhängig und ernsthaft krank.

Wolfhager Land. Nach wie vor ist auch im Altkreis Wolfhagen Alkohol mit Abstand der Suchtfaktor Nummer Eins.

Das hat eine Auswertung ergeben, die das Zentrum für Sucht- und Sozialtherapie in Kassel für die erste Jahreshälfte erstellt hat.

So hatten von den 31 namentlich erfassten Menschen über 25 Jahre, die in den Suchtberatungsstellen in Wolfhagen, Naumburg, Zierenberg, Habichtswald, Bad Emstal und Breuna Hilfe erbaten, 23 ein Alkoholproblem. Das entspricht 74 Prozent. Ansonsten meldeten sich fünf Glücksspieler und drei Menschen wegen exzessiver Mediennutzung Hilfe bei den Beratern.

2011 waren es 80 Prozent

„Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist der Prozentsatz der Alkoholsüchtigen damit etwas zurück gegangen, aber Alkohol ist immer noch mit Abstand die vorherrschende Sucht“, sagt Monika Nowikow vom Zentrum für Sucht- und Sozialtherapie. 2011 waren von 42 Hilfesuchenden 34 wegen der „weichen“ Droge vorstellig. Das entsprach 80 Prozent. Die anderen 20 Prozent entfielen auf Glücksspieler, Medikamentenabhängige und Menschen mit exzessiver Mediennutzung. Für Männer und Frauen unter 25 Jahren ist die Drogenhilfe Nordhessen zuständig. Dort setzt man auf Prävention, um durch Aufklärung dem sogenannte Komasaufen bei Jugendlichen entgegen zu wirken. So gibt es das Sucht-Präventionsprogramm „HaLT“ - Hart am Limit“, das für junge Frauen und Männer bis zum 18. Lebensjahr gedacht ist. Dabei handelt es sich um ein spezielles Hilfeprogramm für Kinder und Jugendliche, die nach exzessivem Trinken mit einer Alkoholvergiftung in einer Klinik aufgenommen werden müssen. „Im Rahmen dieses Programms, das bei uns nun seit fast zwei Jahren läuft, gehen wir ins Klinikum Kassel und sprechen vor Ort mit den jungen Patienten, die mit Alkoholvergiftung dort eingeliefert wurden“, sagt Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Barbara Beckmann von der Jugend- und Suchtberatung Kassel - Ambulante Rehabilitation. „Wir klären auf und versuchen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu vermitteln.“

Im vergangenen Jahr habe es insgesamt 102 Gespräche gegeben. Werden Jugendliche in andere Krankenhäuser eingeliefert, gibt das Pflegepersonal die Kontaktdaten der Jugend- und Suchtberatung weiter. „Der Rücklauf ist allerdings gering“, sagt Beckmann.

Quelle: HNA

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