Insolvenz bei Agatec in Borken: Mitarbeiter müssen keine Angst um Löhne haben

Alle Räder stehen still

Das Ende der Produktionskette: Das Borkener Unternehmen Agatec war in der Abgastechnologie tätig. Geschäftsführer Manfred Möller-Sauter musste jetzt vorläufige Insolvenz anmelden . Foto:  Brandau

Borken. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter der Firma Agatec, die am Freitag vorläufige Insolvenz anmelden musste, sind gesichert: Das teilte gestern Nachmittag der vorläufige Insolvenzverwalter Henning Jung bei einer Personalversammlung mit.

DER INSOLVENZVERWALTER

Er habe den Beschäftigten persönlich mitteilen wollen, dass sie sich keine Sorgen um ihr Geld machen müssten, sagt Jung. Für die Fortzahlung der Löhne stehe die Agentur für Arbeit ein.

Der Kasseler Rechtsanwalt schilderte dabei den 20 Agatec-Mitarbeitern den Verlauf der Ereignisse und den Stand der Dinge im Unternehmen, das sich seit einigen Wochen in finanzieller Schieflage befindet. Es sei wichtig gewesen, dass die Mitarbeiter die Informationen aus erster Hand bekamen: „Man kann wesentlich besser mit klaren Aussagen als mit Ungewissheit leben“, sagte Jung.

Fortgang ist ungewiss

Ob und wie es bei dem VW-Zulieferer weitergeht, ist ungewiss. Zurzeit befinden sich die Agatec-Mitarbeiter genau wie die von VW in den Betriebsferien. Ob und wann sie die Produktion von Zubehörteilen für die Automobilindustrie wieder aufnehmen, steht in den Sternen: „Es stehen noch viele Gespräche an“, sagt Jung. „Jetzt müssen wir sehen, ob wir zu einer Einigung kommen.“

Der Geschäftsführer

Noch Ende voriger Woche war Geschäftsführer Manfred Möller-Sauter zuversichtlich gewesen, dass die Übernahme-Verhandlungen doch noch zu einem guten Ende finden könnten. Doch mittlerweile ist er da nicht mehr so sicher: Er hat ein Wechselbad der Gefühle hinter sich.

Am 11. Dezember habe es so ausgesehen, als sei der Handel schnell in trockenen Tüchern, als könnte die Produktion am Standort Borken aufrecht erhalten werden.

„Kein Signal mehr“

Und noch am 14. Dezember sei der elfseitige Mietvertrag diskutiert worden, den der Forst- und Umweltdienst mit VW-Immobilien habe abschließen wollen – und dann sei kein einziges Signal mehr von VW gekommen. Keines. Außer der Bitte, einige Maschinen auszumessen – anscheinend wird in Kassel schon ein Platz für sie gesucht. „Da ahnten wir, das es noch einen Plan B gibt.“ Für die meisten Mitarbeiter von Agatec gibt es keinen Plan B. Zumindest bis jetzt nicht.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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