Biogas: Hunderte Besucher blickten beim Tag des offenen Hofes in Unshausen hinter die Kulissen

Alle wollten die Anlage sehen

Parkplatz: Viele Gäste waren umweltfreundlich per Fahrrad angereist.

Unshausen. Seit der Planung und spätestens seit der Fertigstellung im Dezember vergangenen Jahres stand die Biogasanlage in Unshausen im Kreuzfeuer der Kritik. Den Tag des offenen Hofes am Pfingstmontag nutzten hunderte Besucher, um sich selbst ein Bild zu machen.

Die Betreiber Volker Schmidt, Dietmar Jeppe und Markus Steinmetz stellten ihre Anlage vor. Mit Fahrrädern, zu Fuß und per Auto kamen die Besucher. Anwohner im 200 Meter entfernten Ort hatten gegen die Anlage protestiert und mit einem großen Plakat dies an der Zufahrtsstraße sichtbar gemacht.

Große Resonanz

Umso erstaunter waren die Betreiber über die große Resonanz. Neben der Ausstellung von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen stand die Biogasanlage selbst im Mittelpunkt des Interesses. Gestank, wie von vielen Menschen befürchtet, war selbst unmittelbar an den grünen Silos nicht wahrzunehmen.

Das liege unter anderem daran, dass die Gülle von den Stallungen durch unterirdische Rohrleitungen direkt in die Behälter gepumpt werde, erläuterte Steinmetz. Er und ein Dutzend Helfer, an den grünen T-Shirts gut zu erkennen, gaben bereitwillig Auskunft. Viel Interesse bestand auch am Blockheizkraftwerk auf dem Gelände.

Laut Steinmetz wolle man bei der Anfahrt der Biomasse den Ort möglichst wenig belasten, deswegen sei ein Feldweg für 3000 Euro extra ausgebaut worden.

Er halte Biogas für sinnvoll, sagte Kreislandwirt Adolf Lux (Kerstenhausen). Das Material, sei einfach und ungefährlich zu lagern sei und es lasse sich in die drei Energieformen Strom, Wärme und auch Kraftstoff umwandeln.

Lux lobt Biogas

Gerade kleine, dezentrale Anlagen passten gut in landwirtschaftliche Betriebe. Mit einem vernünftigen Konzept könne Wärme ohne großen Aufwand in öffentliche Gebäuden genutzt werden.

Für den Konflikt in Unshausen empfahl Lux Befürwortern und Gegnern der Biogasanlage, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und zu finden.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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