Ensemble IG Blech und Chor Capella Antiqua gaben stimmungsvolles Konzert

Allein mit sich und Musik

Bläser: von links Nobuo Tsuji, Jochen Wilmsmeyer, Tilo Krach, Burkhard von Dörnberg und Philipp Gatzke. Foto: Vogt

Schwalmstadt. Die Stadtkirche Treysa war am vergangenen Samstag in wundervolles Spätsommerlicht getaucht. Pfarrer Dierk Glitzenhirn eröffnete das Konzert des Bläserensemble IG Blech und des Kammerchor Capella Antiqua. Er stimmte die 50 Gäste auf ein musikalisches Klangerlebnis mit dem Thema „Lieder von Liebeslust und -leid“ ein, „dass man am Besten mit sich selbst erlebt“, riet Glitzenhirn.

Viele Zuhörer folgten seinem Rat, schlossen ihre Augen und lauschten andächtig, als das 13-köpfige Vokalensemble Capella Antiqua das erste Lied anstimmte. Das vertonte Liebesgedicht von Hans Leo Haßler führte wunderbar in den restlichen Abend ein: „All Lust und Freud die Lieb mir gelt unter alln auf dieser Erden“. Die Liedauswahl bediente sich aus dem 16. Jahrhundert mit Stücken aus Barock und Renaissance. Die Stücke boten alles, was das Liebesherz erleben und erleiden muss, vom Schwermut, über Sehnsucht, taumelnde Freude, bis hin zu unglaublicher Dankbarkeit und Enttäuschung. Zwischen den Liedern war es zumeist meditativ leise, viele Zuhörer waren in sich selbst vertieft. Bezirkskantor Christian Fraatz aus Melsungen hielt die Spannung des Chors bis zum Ende aufrecht.

Das Bläserquintett „IG Blech“ spielte eine abwechslungsreiche Auswahl kurzer Stücke deutscher und italienischer Komponisten des 16. Jahrhunderts.

Die fünf Männer beherrschten ihre Instrumente und brachten viel Dynamik in ihr Spiel. Beides nahm die Stadtkirche auf und sorgte für einen unnachahmlichen Klang. Das zeigte sich auch beim langen Nachhall nach dem Ende jedes Liedes, dass in die Stille mündete, in der jeder Zuhörer alleine mit sich und der Musik war.

Von Sebastian Vogt

Quelle: HNA

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