Seit zwei Wochen streunt ein Hängebauchschwein durch den Knüllwald

Allein auf weiter Flur

Oberbeisheim. Klein, rund, schwarz – ein Hängebauchschwein ist das Thema in Oberbeisheim. Seit zwei Wochen streunt das kompakte Hausschwein in der Gegend um die Grillhütte Ruhlaub herum. Nun machen sich einige Menschen Sorgen, dass das Haustier bei den winterlichen Temperaturen erfriert oder verhungert.

„Es hat mittlerweile ganz schön abgespeckt“, sagte Inge Schäfer. Als sie das Schwein am Donnerstag, 18. November, zum ersten Mal sah, hatte es noch einige Kilo mehr auf den Rippen. Schäfer wunderte sich, das offensichtlich niemand für das Schwein verantwortlich ist. „Wir haben überall angerufen, bei der Polizei, dem Veterinäramt, dem Tierpark, aber keiner kümmerte sich um das herrenlose Schwein.“

Auch ihre Arbeitskollegin, Sabine Quendau, ist schockiert darüber, dass niemand dem Tier hilft: „Man bekommt den Eindruck, alle warten darauf, dass sich das Problem von alleine erledigt und das Tier erfriert.“

Und tatsächlich ist niemand zuständig für das entlaufene Hängebauchschwein: „Verantwortlich ist der Besitzer“, erklärt Dr. Hans-Gerhard Heil, Leiter des Veterinäramtes des Landkreises. Das Veterinäramt sei nur zuständig, wenn beispielsweise Seuchengefahr bestehen würde. Auch die Gemeinde kümmere sich nur um das Tier, wenn es jemand als Fundsache abgeben würde, erklärte Heil.

Doch dazu müsste das Schwein erst einmal eingefangen werden – und das ist nicht so einfach: „Schweine sind sehr stressanfällig. Es könnte beim Einfangen tot umfallen“, sagte Quendau. Deshalb hofft sie, dass sich ein Tierarzt bereit erklärt, das Schwein zu betäuben. Denn ein warmes Plätzchen haben Quendau und Schäfer schon gefunden.

Agnes Denner von der Tiernothilfe Frielendorf hat sich bereit erklärt, dass Schwein aufzunehmen: „Ich hatte schon selbst Hängebauchschweine und kenne mich mit den Tieren aus.“ Doch Quendau befürchtet, dass das Tier nicht mehr rechtzeitig eingefangen werden kann. „Es soll ja jetzt klirrend kalt werden.“

Von Diana Rissmann

Quelle: HNA

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