Ausstellung: In Angelika Oft-Roys Bildern haben auch die Blumen Gesichter

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Angelika Oft-Roy mal zwei: Das Selbstbildnis ist Teil einer Dreierreihe, die die Beziehung zu ihren Töchtern darstellt.

Wolfhagen. So unterschiedlich sie auch sein mögen, haben sie doch viel gemein. Die zarte Schneeglocke nimmt es, wie mit einer Kamera herangezoomt und im mutigen Ausschnitt auf die Leinwand gebracht, problemlos mit der majestätisch anmutenden Amaryllis auf.

Die büßt neben der verspielten, in explodierenden Orangetönen daherkommenden Papageientulpe fast schon wieder an Strahlkraft ein. Und doch ergänzt sich das blühende Dreiergespann perfekt, fast so, als sei es eine leidenschaftliche Beziehung eingegangen.

Beziehungen spielen in den Werken von Angelika Oft-Roy eine wichtige Rolle, egal, ob sie nun Menschen, Tiere oder eben Blumen malt. „Ich male alles, was lebendig ist und Augen hat“, sagt die in Vellmar lebende Mutter zweier Töchter. „Schaut man meine Blüten an, wird man feststellen, dass auch sie ein Gesicht haben.“

Zweimal schon hat die in Bereichen wie Öl, Aquarell und Skulpturen ausgebildete Künstlerin in Wolfhagen ausgestellt, das ist aber bereits einige Jahre her. Angelika Oft-Roy hat sich zuletzt rar gemacht, nicht nur im Wolfhager Land. Die jetzt in der Kulturhalle eröffnete Ausstellung ist ihre erste seit 2010 und stellt unter Beweis, dass sie auch während ihrer Pause nicht untätig war.

Die großformatigen Blumen im Zentrum der Kulturhalle etwa sind neu und zählen zu ihren Lieblingen der Ausstellung, die schon am Eingang in die farbenfrohe Welt der malenden Lehrerin entführt. Da lassen es sich Kühe auf einer nordischen Weide gut gehen, wo das saftige Gras im Nordwind zu einem grünen Meer verweht.

Satte Rottöne betören auf dem Bild mit dem Titel Tulpenweg, noch strahlender bei den benachbarten flammenden Tulpen oder den gewaltigen Mohnblüten, die durch Oft-Roys rasanten Pinselstrich fast schon lebendig wirken.

Miniatur ist nicht ihr Ding, Großzügigkeit schon eher. Auch Wolfgang Roll vom veranstaltenden Kulturverein ist das nicht verborgen geblieben, der in die Ausstellung einführt, ohne den zahlreichen Besuchern eigenen Raum zur kreativen Interpretation zu nehmen.

„Vielfältig aber nicht beliebig“, fasst er die Arbeiten zusammen und trifft damit das wohl herausragendste Merkmal Oft-Roys Schaffens auf den Punkt. Ihre Vielseitigkeit zeichnet sich aus durch unterschiedliche Techniken und Ausdrucksformen. Mal annähernd fotorealistisch in den etwas älteren Werken, dann wieder sehr frei im Duktus. Ob klein- oder großformatig, leicht oder schwer in der Interpretationen – eines haben alle Werke gemein, sie machen Lust auf mehr.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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