Henry Valentin lernt in Kambodscha eine neue Art des Lebens kennen

Landwirtschaft: Der Reisanbau spielt in Kambodscha eine wichtige Rolle, der Fischfang ebenso. Das Bild zeigt einen Mann im Boot.

Fritzlar. Häuser aus Stein sind dort, wo der Fritzlarer Henry Valentin derzeit lebt, eine Ausnahme. Meist bieten Holz- und Grashütten den Menschen ein Dach über dem Kopf. Henry Valentin absolviert einen Freiwilligen Dienst in Kambodscha, der als Ersatz für den Zivildienst zählt.

Grace House liegt in der Nähe der Stadt Siem Reap und der weltberühmten Tempelanlage Angkor Wat. Dort arbeitet der 21-Jährige seit Sommer und kümmert sich gemeinsam mit seinen Kollegen um Straßen- und Waisenkinder.

Die Kinder werden in den Fächern Englisch und Allgemeinbildung unterrichtet – Dinge, die in den staatlichen Schulen zu kurz kommen. Auch die Körperhygiene ist ein Thema. So werden die Kinder unter anderem mit Zahnbürsten versorgt.

Erbschaft einer Engländerin

Auch für Familien gibt es in Grace House, das vor drei Jahren aus der Erbschaft einer Engländerin namens Grace gegründet wurde, ein Angebot. Für sie gibt es Englischunterricht. Ein Kollege von Henry Valentin besucht die Familien, um zu sehen, wie bedürftig sie sind. Einige lebten in relativ guten Häusern, andere wohnten mit zehn bis 15 Menschen in einer kleinen Hütte.

An der Tafel: Henry Valentin aus Fritzlar.

Zum Start seines Dienstes absolvierte Henry einen Sprachkurs in der Landessprache Khmei, dazu gab es Vorträge über den Unterricht, die Lebensumstände und Krankheiten.

Die Menschen, die er auf seiner Reise sah, baden und duschen mit Regenwasser. Strom kommt aus Batterien, die bei Generatorbetreibern aufgeladen werden. So gibt es jeden Abend zwei bis drei Stunden Licht und Fernsehen, bis die Batterie leer ist.

Die meisten Dorfbewohner leben von dem Ertrag der Reisfelder, Industrie gibt es kaum. Auf dem Speiseplan steht fast immer Reis, nur selten gibt es Fleisch.

Ihn habe das zum Nachdenken darüber gebracht, wie gut es den Menschen in Deutschland geht, schreibt Henry Valentin. Inzwischen ist der Nordhesse als Lehrer für vier Lehrlinge der Elektrotechnik im Einsatz. Den Beruf hat er bei SMA erlernt. Es gestalte sich schwierig, da alle vier Lehrlinge kaum Englisch sprechen könnten. Mit einem Übersetzer soll es aber nun besser gehen.

Fußball in der Freizeit

Seine Unterbringung sei vergleichsweise komfortabel, sagt Henry. Er wohnt in einem Haus in ländlicher Gegend, das er mit einem anderen Freiwilligen teilt. Es gibt fließend Wasser und Strom, Trinkwasser muss allerdings im Supermarkt gekauft werden.

In der Freizeit geht es mal ins Fitnessstudio und immer wieder gerne auf den Fußballplatz. Dort trainiert Henry Valentin das Team von Grace House. Er spielt aber auch gerne selbst, gegen andere Freiwillige und gegen Kambodschaner. (ode)

Quelle: HNA

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