Er gibt alles für den Lebenstraum

Wabern: Kristian Ewald kandidiert wieder für Bürgermeisteramt

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Hof und Garten als Ausgleich zur Arbeit: Wenn Kristian Ewald auf dem eigenen Hof in Zennern ist, entspannt er am liebsten im Garten.

Zennern. Die Waberner sind am Sonntag, 14. Juni, aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu wählen. Amtsinhaber Günter Jung (SPD) tritt nicht mehr an.

Drei Kandidaten wollen ins Waberner Rathaus einziehen: Kristian Ewald, Manfred Schäfer und Claus Steinmetz. Wir stellen die Kandidaten nacheinander vor.

Für Kristian Ewald ist es ein Lebenstraum: Er möchte Bürgermeister von Wabern werden. Schon als kleiner Junge war für ihn klar: Wenn er erwachsen ist, wird er Ratshauschef. „Da haben mich alle ausgelacht", sagt der 38-Jährige rückblickend.

Bereits bei der Bürgermeisterwahl 2009 war er angetreten und hatte gegen Günter Jung 39,3 Prozent der Stimmen geholt. Jetzt versucht es der Zennener zum zweiten Mal und hofft, dass es für eine Mehrheit reicht. Dafür gibt er viel, bereitet sich akribisch vor. Ewald absolviert vor der Wahl mehr als 140 Termine, spricht mit Vereinen, Einrichtungen, Unternehmen. In jedem Ortsteil stellt er sich vor. „Ich bin kein Favorit. Wenn ich eine Chance haben will, muss ich das machen“,sagt er.

Ewald ist CDU-Mitglied, tritt aber als unabhängiger Kandidat an. „Ich erhalte weder personelle noch materielle oder finanzielle Unterstützung von der CDU“, betont er. So will er nach der Wahl unabhängig und frei im Denken sein. Mit ihm soll ein neuer Politikstil ins Rathaus einziehen. „Gestalten statt verwalten“, ist sein Leitspruch. „Ich habe zwar eine Lehre in der Verwaltung gemacht, bin aber kein Verwaltungsbeamter“, sagt der Internet-Versandhändler. Er sieht sich als Manager der Gemeinde.

Und die sei ihm eine Herzensangelegenheit. Zennern ist seine Heimat. „Ich bin schon immer hier, und ich werde auch hier bleiben. Ich brauche meinen Kirchturm, sonst fühle ich mich nicht wohl“, erklärt er und erzählt die Anekdote aus der Studienzeit. Damals hat er mit einer guten Freundin eine WG in Kassel gegründet. Lange hat es ihn dort aber nicht gehalten. Er brauchte seinen Heimatort und ist wieder zurück nach Zennern gezogen. Ewald kenne jeden im Dorf und jeder kenne ihn. Den elterlichen Hof hat er in den vergangenen zehn Jahren saniert. „Das ist alles Handarbeit, das habe ich selber gestaltet.“ Klassensprecher, Gruppensprecher bei der Jugendfeuerwehr, Fraktionsvorsitzender: Kristian Ewald geht gerne voran. „Ich bin ein Stück weit ein Alphatierchen“, sagt er. Er treffe Entscheidungen und stehe zu ihnen. Als Bürgermeister will er den Umgang mit den Ortsbeiräten ändern. Entscheidungen sollen transparent, die Mitglieder stärker eingebunden werden. Es geht um „mehr Wertschätzung“. Ein weiteres Thema ist die Wirtschaftsförderung. „In den vergangenen sechs Jahren wurden 4000 Quadratmeter Gewerbefläche verkauft. Wir haben eine hervorragende Infrastrukturanbindung, aber wir machen zu wenig draus“, erklärt Ewald. Er möchte mehr Gewerbegebiete und Bauplätze ausweisen.

Und was unterscheidet den Kristian Ewald im Jahr 2015 von Kristian Ewald vor sechs Jahren? „Ich bin verheiratet, ich bin Hofbesitzer, ich bin besser vernetzt, und ich bin älter und reifer geworden - hoffe ich.“

Zur Person

Kristian Ewald (38) ist in Zennern aufgewachsen. Nach dem Abitur an der König-Heinrich-Schule Fritzlar hat er bei der Gemeinde Wabern eine Ausbildung in der Verwaltung absolviert. Es folgte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel. Parallel hat sich Ewald im Online-Versandhandel selbstständig gemacht. Er ist seit 30 Jahren in der Feuerwehr und seit zehn Jahren in der Politik aktiv. Ewald ist verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn.

Quelle: HNA

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