Alles auf dem Schirm

Flugsicherung der Bundeswehr Fritzlar hat Qualität unter Beweis gestellt

Sie haben den Himmel stets im Blick: Hauptmann Ansgar Pfeifer und Oberleutnant Viktoria-Maria Hölper auf dem Tower der Bundeswehr in Fritzlar. Foto: Dellit

Fritzlar. Wenn irgendwo im Umkreis von 120 Kilometern etwas fliegt, dann haben es die Fritzlarer auf dem Schirm - im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt hat die 1. Staffel des Kampfhubschrauberregiments 36 ein Zertifikat dafür erhalten.

Hintergrund sind die DIN-Norm EN ISO 9001 und eine EU-Verordnung. Was sperrig klingt, kann für Piloten europaweit von Nutzen sein, denn unter dem Stichwort „Single European Sky“ (einheitlicher europäischer Himmel) gelten nun auf dem ganzen Kontinent die selben Regeln.

Ob ein Pilot also aus Spanien oder Schweden kommt; er kann sich darauf verlassen, das die selben Regeln wie zuhause gelten, wenn er mit der Fritzlarer Flugsicherung in Kontakt kommt. Dafür mussten die Experten der Bundeswehr ein umfangreiches Handbuch abarbeiten, berichtet Oberstleutnant Albert Hennemann. Alle eineinhalb Jahre wird nun überprüft, ob die Anforderungen noch eingehalten werden.

Ob es sich um die Ausbildung, das Personal oder die Arbeitsstruktur steht - all das war Teil der Zertifizierung. Wobei Hennemann sagt: „Wir haben schon immer mit einer hohen Qualität gearbeitet.“ Neu ist eben das Siegel, das das bestätigt.

In erster Linie kümmern sich die Soldaten im Tower und im Radarraum natürlich um den militärischen Flugverkehr. Laut Hennemann liegt dessen Anteil in Deutschland bei zwei Prozent, allerdings seien 30 Prozent des Luftraums militärisch.

In Fritzlar geht es in erster Linie um die Hubschrauber, die dort stationiert sind. Aber längst nicht nur, was an der zentralen Lage der Stadt in Deutschland liegt, wie Kasernenkommandant Oberstleutnant Dirk Spengler betont.

Als Zwischenstopp zum Auftanken spiele der Flugplatz eine wichtige Rolle. So landen immer wieder auch Transportflugzeuge vom Typ Transall in der Domstadt, auch für den Typ Hercules ist das möglich.

In Notfällen können auch Zivilmaschinen Fritzlarer ansteuern, erst kürzlich absolvierten Amateurflieger ein gemeinsames Training mit der Fritzlarer Flugsicherung. „Im Extremfall bekommt der Flugzeugführer gesagt, wie er zu fliegen hat“, sagt Hennemann. Per Radar geht das beispielsweise auch bei dichtem Nebel.

Der Tower in Fritzlar hat Öffnungszeiten, nachts ist er nur besetzt, wenn die Hubschrauber fliegen. Ansonsten wird der Luftraum deaktiviert, wie Hennemann erklärt. Das sei so ähnlich wie wenn eine Verkehrsampel auf Blinklicht in orange geschaltet wird.

Geflogen werden kann dann trotzdem, nur die Flugsicherung erfolgt nicht mehr aus Fritzlar, sondern aus Frankfurt und Bremen. Und das nach den Regeln wie in Fritzlar und in ganz Europa.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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