72-Jährige und Nachbarn wiederholt Opfer von Straftaten: Polizei ermittelt

Gombeth. Helga Günter-Wagner ist Opfer eines Verbrechens geworden. Aber die 72-Jährige ist resolut und sie bringt so schnell nichts aus der Ruhe. „Sonst würde ich jetzt auch in Angst leben und könnte nachts nicht schlafen“, sagt sie. Obwohl, ruhig schlafen kann sie derzeit tatsächlich nicht.

„Meine drei Hunde sind nervös und schlagen regelmäßig an. Mehrfach in einer Nacht.“ Sonst seien die Hunde immer ruhig gewesen. Die 72-Jährige ist besorgt. In den vergangenen Wochen war ins Nachbarhaus eingebrochen worden, eine Woche später zerstach ein Unbekannter ihre Reifen und am Wochenende die ihres Mieters.

Gute Nachbarschaft

In der Kernstraße im Borkener Stadtteil Gombeth ist ein Krimineller am Werk. „Ich weiß nicht, ob es der Täter auf mich oder die Nachbarn abgesehen hat oder wir nur zufällig Opfer wurden.“ Vor vier Wochen sei bereits in die Tankstelle im Ort eingebrochen worden. Dreimal erstatteten sie und ihr Nachbar Anzeige gegen unbekannt. Dies bestätigte die Polizei, die Ermittlungen liefen. „Ach, das bringt doch meistens nichts“, sagt Helga Günter-Wagner und ihre Skepsis ist ihr anzusehen.

Einen familiären Hintergrund oder etwas aus dem persönlichen Umfeld wolle sie nicht ausschließen. "Aber ich wüsste wirklich nicht warum. Ich lebe zwar mit einem Türken zusammen, dass aber schon länger“, sagt sie. Dieser Tage müsse man schließlich mit allem rechnen.

Bloß gut, dass man in der Nachbarschaft gut bekannt sei. Schließlich wohne sie schon annähernd 30 Jahre in der Kernstraße – ihr Bruder gegenüber, eine Schulfreundin nebenan.

Helga Günter-Wagner wünscht sich, dass die Bewohner des Ortes von den Vorgängen wissen und die Augen offen halten. Auch zu deren eigenem Schutz. „Sonst hätte ich nicht die Presse eingeschaltet“, sagt sie.

Notebook wieder aufgetaucht

Es gibt Ungereimtheiten. So wurde ihrem Nachbarn bei dem Einbruch außer einem Videobeamer und Elektrogeräten auch ein Notebook gestohlen. Auf der Festplatte seien Daten einer Erfindung gewesen, an der er derzeit arbeite. Dabei handele es sich um eine Windenergieanlage.

„Nachdem er in der Nachbarschaft nachfragte, bekam er über Umwege sein Laptop zurück“, sagt Helga Günter-Wagner. Einem Anwohner sei das Gerät angeboten worden. Der hatte es noch, mitsamt der Daten.

Der Schaden durch den Diebstahl und die zerstörten Reifen belaufe sich auf über 1000 Euro. Schwerer wiege aber die Verunsicherung, in der sie in der Nachbarschaft derzeit lebten, sagt sie.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: Dewert

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