Meldungen für Verkehrswegeplan

Meldungen für Verkehrswegeplan: Habichtswalds Bürgermeister völlig überrascht

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Für den Bundesverkehrswegeplan 2015 gemeldet: Ortsumgehungen für die beiden Habichtswalder Ortsteile Ehlen und Dörnberg.

Wolfhager Land. Völlig überrascht hat Thomas Raue, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald, auf Florian Rentschs Vorschlag an das Kabinett in Wiesbaden reagiert, Ortsumgehungen für Ehlen und Dörnberg für den Bundesverkehrswegeplan 2015 vorzusehen.

Hessens Verkehrsminister hatte dem Gremium am Montagabend eine Liste mit 100 Ortsumgehungen und 90 Verbreiterungen von Autobahn- und Bundesstraßenabschnitten vorgelegt.

„Ich wusste gar nicht, dass es für uns überhaupt eine Ortsumgehung geben soll“, sagt Raue. Es wäre schön, wenn das Ministerium die Gemeinde über seine Planungen in Kenntnis setzen würde. Vor vielen Jahren habe in einem alten Regionalplan einmal eine Ortsumgehung der B 251 für Habichtswald gestanden. „Wenn man die heute umsetzen wollte, müsste man einige Häuser abreißen“, kommentiert Raue den Sachverhalt mit Ironie. Er selbst könne überhaupt nicht abschätzen, was eine Umgehung bringen soll. Die dann sicherlich einkehrende Ruhe wäre seiner Meinung nach teuer erkauft, die Gemeinde wäre vom Verkehr abgeschnitten. Raue befürchtet eher einen Attraktivitätsverlust.

Laut Michael Conrad, Pressesprecher beim Regierungspräsidium Kassel, geht es bei den Meldungen der Länder für den Bundesverkehrswegeplan darum, dass Projekte nicht in Vergessenheit geraten. Ziel des Landes Hessen sei es unter anderem, die Fließgeschwindigkeit auf den Bundesstraßen zu erhöhen. „Das Land will leistungsfähige Straßen.“ Die Interessen der Kommunen seien dabei nicht vordergründig. Und vor einer konkreten Planungen müssten weitere Hürden genommen werden, etwa die Raumordnung und die Planfeststellung.

Die Ortsumgehungen für die Gemeinde Habichtswald seien bereits für den Bundesverkehrswegeplan aus dem Jahr 2004 gemeldet worden, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil. „Alles, was wünschenswert ist, kommt da rein.“ Die Städte und Gemeinden hatten im Jahr 2012 ebenfalls die Gelegenheit, aus ihrer Sicht wichtige Projekte zu benennen. Mit der Meldung für den Bundesverkehrswegeplan werde keine Aussage über Möglichkeiten der Finanzierung getroffen.

Die angestrebte Verbreiterung der Autobahn 44 von der Landesgrenze zu Nordrhein Westfalen bis zur Anschlussstelle Kassel-Wilhelmshöhe soll ebenfalls in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Ziel ist der sechsstreifige Ausbau.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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