Der Circus Oskani beherbergt in seinem Winterquartier in Dillich auch Reptilien

Alligator Ali wächst noch

Gut erzogen: Hund Susi macht für Enrico Richter vor dem Circuswagen Männchen . Fotos: Dellit

Dillich. Der kleine Borkener Stadtteil Dillich hat ein paar sehr ungewöhnliche Einwohner: Ali hat viele spitze Zähne und wird wahrscheinlich einmal eine Länge von 2,50 Meter erreichen. Johanna übertrifft ihn locker, denn sie hat vier Meter zu bieten.

Und dann sind da noch ein paar gemütliche Kinder, die irgendwann bis zu 300 Kilo schwer werden. Vielleicht gehen sie dann auch schon stark auf ihren 200. Geburtstag zu. Die Rede ist von einem Alligator, von einer Schlange und von Riesenschildkröten. Sie alle wohnen im Winterquartier des Circus Oskani, der den zweiten Winter in Dillich ansässig ist.

Oskar Richter, nach dem der Circus Oskani benannt ist, hat für die 15 Reptilien auf dem ehemaligen Gelände der Firma Rodi zwei Räume eingerichtet. Dort ist es angenehm warm, feucht genug, dazu gibt es Wasserbecken und Rückzugsräume für die Tiere.

Johanna, der Tigerpython, der Leguan Leo, der Mississippi-Alligator Ali, eine Vogelspinne, Bartagame und Schildkröten mehrerer Arten wohnen dort.

Auf dem restlichen Gelände stehen Wohnwagen, Zugmaschinen, eine Kindereisenbahn, irgendwo liegen die Circuszelte, stapelweise Reifen für die vielen Fahrzeuge des Unternehmens und vieles mehr. Zu tun ist immer etwas, sagt der Circuschef.

Im Moment leiden die Richters unter der Kälte. Im Wohnwagen, in dem die Familie auf dem Gelände wohnt, läuft dauerhaft ein Wasserhahn. Ansonsten würden die Leitungen einfrieren. Jede Woche braucht er 30 Gasflaschen, damit es nicht zu kalt wird. Dazu kommt die Heizung für die Reptilien und viele andere Ausgaben.

Zwei Töchter von Richter sind zurzeit nicht im Winterquartier, eine hat ein Engagement in Offenbach. Gerade im Winter ist es für die Circusleute nicht leicht, Geld in die Kasse zu bekommen. Oskani hat sich schon vor Jahren eine Nische gesucht und arbeitet vor allem in Schulen. Dort planen die Profis mit den Kindern eine Vorstellung. Acht bis neun Monate pro Jahr sind sie so unterwegs.

Oskar Richter kommt aber auch mit seinen Reptilien in den Biologie- und Sachkundeunterricht. Beim Karneval und bei Silvesterfeiern haben die Richters in der Vergangenheit auch Auftritte gehabt.

Die Familie fühlt sich wohl in Borken. „Wir haben sehr hilfsbereite Nachbarn“, sagt Richter. Da gebe es viel Unterstützung, etwa beim Rasenmähen, wenn der Circus unterwegs ist, aber auch bei Reparaturen. Der Chef stellt klar, dass seine Familie nicht mit der Spendendose von Tür zu Tür gehe. Wenn jemand im Namen von Oskani sammele, sei das ein Betrüger.

Speziell für die Dillicher plant der Circus eine Nikolausüberraschung. Am Montag, 6. Dezember, zeigt er ab 15 Uhr im Winterquartier eine kleine kostenlose Vorstellung. Die Besucher können sich außerdem auf dem Gelände umsehen und auch mal einen Blick in die Circuswagen werfen.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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