Klemens Olbrich (57) will Bürgermeister im Kneippheilbad Neukirchen bleiben

Alltägliches ist wichtig

Redaktionsgespräch: Bürgermeister Klemens Olbrich und HNA-Redakteurin Anne Quehl. Foto: Grede

Schwalmstadt/Neukirchen. Nicht gerade mit Fragen oder Stellungnahmen gelöchert wurde Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich (57) beim Redaktionsbesuch in Treysa. Da kamen die gemailten Fragen von HNA-Leser Sebastian Jacobmeyer recht, um das Gespräch mit dem dienstältesten Stadtchef im Altkreis in Gang zu bringen, der am Sonntag in einer Woche im Amt bestätigt werden will.

„Wie soll der Titel Kneippheilbad erhalten werden“, möchte Jacobmeyer wissen. Ein wichtiges Thema, bestätigte Olbrich, „Neukirchen will einer von 34 Bäderorten in Hessen bleiben“. Im Jahr 2000 wurde das Prädikat errungen, zuvor war die Stadt lediglich Kneippkurort. Der Bäderzuschlag des Landes ist ein direkter Vorteil für die Stadt, die außerdem Kurtaxe erheben darf, so Olbrich. Für den Erhalt des Titels sehe es gut aus, wenngleich der seit 20 Jahren zunehmende Durchgangsverkehr das erforderliche balneologische (bäderkundliche) Gutachten belaste.

Überhaupt das Thema Gäste und Tourismus: Bürgermeister Olbrich ist mit der Strukturierung im Marketingverein Pro Neukirchen sehr zufrieden. Stadt und Verein finanzieren je eine halbe Personalstelle, Feste rund ums Jahr, die Öffnung des Märchenhauses, das nun Domizil ist, und alle Gäste- und Besucheranfragen seien bei den beiden Angestellten gut aufgehoben.

Friedhöfe, Kindergärten, Bauhof, Standortpolitik, Schwimmbäder, Kneippanlagen – Olbrich kann selbstredend aus dem Stand über die Themen der Stadt und ihrer 7200 Menschen berichten, doch die richten bei den derzeitigen Ortsbegehungen das Augenmerk bevorzugt auf die alltäglichen Dinge, verstopfte Wasserdurchlässe oder ein lästiges Schlagloch.

Diese abendlichen Treffen in allen Stadtteilen sind nicht nur so ziemlich der einzige Wahlkampf, den Olbrich betreibt, sie kommen auch so gut an, dass der Bürgermeister sie womöglich in seiner fünften Amtsperiode, die am 3. Oktober beginnen soll, fortsetzen will.

Doch bis dahin übt sich der Christdemokrat, der zum vierten Mal unabhängig kandidiert, betont „in Bescheidenheit, das entspricht grundsätzlich meiner Haltung“. Er hoffe darauf, das Vertrauen für weitere sechs Jahre zu erhalten, „ich mache die Arbeit gern“.

Bei aller Bescheidenheit freut sich Olbrich sichtlich, dass er wieder der einzige Kandidat ist – bei sechs Fraktionen im Stadtparlament, „das ist im Vorfeld eine Art Vertrauensvorschuss“.

Und wie sieht er dem Wahlsonntag entgegen? „Schlaflose Nächte habe ich nicht nach 24 Jahren der Arbeit“, sagt Olbrich. Trotzdem müsse man selbstverständlich „die Menschen immer ernst nehmen nehmen“, mehr als 50 Prozent Ja-Stimmen sind notwendig. Anders als in den Direktwahljahren 1996, 2002 und 2008 sind diesmal auch Europawahlen (wohingegen der Landrat jedes Mal am selben Tag gewählt wurde). Olbrich: „Da sehe ich auch, wohin die Leute tendieren.“ Bei 49,3 Prozent lag die Wahlbeteiligung am 13. April 2008. (aqu)

Quelle: HNA

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