Almauftrieb bei Zierenberg: 90 Jungrinder im Sommerquartier auf dem Dörnberg

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Aus der Stadt auf den Berg: Landwirt Karl-Heinz Richter und seine Enkelin auf dem Schlepper, der das Gatter mit den Jungrindern zieht. Foto:  Junker

Zierenberg. Gemächlich zogen die vier Jungrinder am Samstagmorgen durch das Zierenberger Stadtgebiet. Begleitet wurden sie von Landwirt Karl-Heinz Richter und dessen Enkelkindern Sarah und Jonas. Das Ziel: die knapp 600 Meter hoch gelegenen Weiden am Dörnberg unterhalb der Wichtelkirche.

Richter ist der einzige verbliebene Rinderhalter im Stadtgebiet und gleichzeitig der älteste Landwirt, der am Samstag seine Tiere zum Auftrieb brachte. Zehn landwirtschaftliche Betriebe aus Zierenberg und Umgebung lieferten an diesem Tag ihre Tiere am Dörnberg ab: Rotbunte und Schwarzbunte Holsteiner, Fleckvieh, Charolais, Galloways, Deutsche Angus und Limousin im Alter zwischen elf und 24 Monaten. Aufgetrieben werden ausschließlich weibliche Jungrinder.

Das Ereignis war traditionell mit einem kleinen Fest verbunden. Bei sonnigem Frühlingswetter erfreuten sich am Vormittag viele Besucher aus der Region an Landschaft, Tieren, Grillwurst und Kuchen.

Drei Quellen auf 104 Hektar

Auch die Versorgung der Tiere ist gesichert. Frisches Wasser spenden drei Quellen auf den Wiesen, das Futter steht gut auf den 104 Hektar Wiesen.

Sechs Monate lang werden die aus mehreren Teilflächen bestehenden Wiesen nun täglich kontrolliert, die Rinder gezählt und besehen. Ist eine Weidefläche abgefressen, wird auf die nächste umgesetzt, bis auf den anderen neues Futter nachgewachsen ist. Mitte Oktober geht es dann zurück in die heimischen Ställe.

In diesem Jahr wurden nur knapp 90 Jungrinder aufgetrieben, in den Vorjahren waren es jeweils um die 140. „Eines unserer Mitglieder hat aus Altersgründen seinen Tierbestand massiv verkleinert“, sagt Thomas Rose, Vorsitzender des Zierenberger Ortsbauernverbandes. „Er war der Landwirt, der die meisten Rinder auf die Sommerweiden brachte. Aber auch mit dem aktuellen Besatz können wir die Pflegeaufgabe auf den Flächen erfüllen.“

Landschaftspflege

Das heißt: Für einen Teil der Weiden gibt es seit 1997 einen Pflegevertrag mit dem Land Hessen, vertreten durch das Wolfhager Forstamt (Hessen-Forst).

„Durch die landwirtschaftliche Nutzung in Form der Beweidung werden die Flächen offen gehalten, sonst würden sie schnell verbuschen“, erläutert Rose. So wird nebenher aktive Landschaftspflege betrieben.

Von Constanze Junker

Quelle: HNA

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