Alpaka Zapaya besucht Senioren im Emstaler Pflegeheim

Streicheleinheiten: Katharina Becker (rechts), Bewohnerin des ASB-Pflegeheimes in Sand, freut sich über den Besuch von Alpaka Zapaya. Die 92-Jährige hat keine Berührungsängste, sie füttert das Tier und lässt sich von ihm küssen. Kristina Heilmann führt das Alpaka an der Leine und achtet darauf, dass es sich wohlfühlt. Foto: Thon

Bad Emstal. Zapaya spielt mit ihren Reizen. Mit ihren großen kastanienbraunen Augen und ihrem exotischen Äußeren verfallen ihr die Senioren reihenweise.

Die älteren Herrschaften berühren sie liebevoll und bringen sie mit ein paar Leckerbissen dazu, ihnen aus den Händen zu fressen.

Zapaya ist eine Alpaka-Stute. Zweimal im Jahr kommt sie in das Pflegeheim des ASB in Sand. Dort ist sie der Star.

Begleitet wird Zapaya von Kristina Heilmann. Die Felsbergerin hat eine Ausbildung in tiergestützter Pädagogik absolviert. In einem alten Bauernhof arbeitet sie mit den Tieren ihres Hollerhof-Teams. Regelmäßig besucht sie in einem Umkreis von 30 Kilometern um ihren Heimatort etwa 15 Seniorenheime, darunter auch einige im Landkreis Kassel. Das Alpaka, das sonst auf einer Wiese am Hof steht, nimmt sie zu ihren Ausflügen nur zweimal im Monat mit. Hunde, Zwerghühner und Meerschweinchen dagegen hat sie häufiger im Schlepptau. Die Tiere sind Menschen gewohnt. „Die Senioren freuen sich über den tierischen Besuch“, sagt Heilmann.

Völlig aus dem Häuschen

Als sich im ASB-Pflegeheim die Automatiktür öffnet, die siebenjährige Stute aus dem Fahrstuhl in den Flur tritt und neugierig auf die Bewohner zustrebt, sind diese völlig aus dem Häuschen. Ihre Gesichtszüge hellen sich auf, sie lächeln und ihre Augen leuchten. „Die Tiere haben einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Senioren“, sagt Heilmann. Eine der Rentnerinnen habe sich kürzlich bei einem der Tierbesuche den Hahn vom Hollerhof-Team geschnappt, ihn in den Korb ihres Rollators gehoben und im Haus spazieren gefahren, sagt Susanne Schulz, beim ASB zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Gerade bei Menschen, die an Demenz erkrankt sind, würden über den Kontakt mit Tieren ganz tiefe Erinnerungen und Emotionen freigelegt. „Tiere bewerten nicht, sie gehen neugierig und offen auf Menschen zu, ohne sich von Behinderungen oder kognitiven Einschränkungen beirren zu lassen“, sagt Heilmann.

Zapaya ist ein Ausnahme-Alpaka. Das flauschige Tier ist ebenso neugierig und wissbegierig wie seine Artgenossen, aber ungewöhnlich zutraulich. Gern verteilt es Küsse, von denen auch die Senioren eine ganze Reihe aufschnappen. Im Alter von zwei Jahren kam die Stute auf den Hollerhof. „Normalerweise leben Alpaka in Chile und Peru. Dieses hier stammt aber aus Niestetal“, meint die Tierhalterin und lacht. Zapaya liebe den Kontakt zu den Menschen. Damit die Heimbewohner in ihrem mehrgeschossigen Gebäude von Zapayas Zutraulichkeit nicht ausgeschlossen werden, hat Kristina Heilmann ihrem Alpaka beigebracht, Fahrstuhl zu fahren. Die Stute reagiert auf die Fahrt in der geschlossenen Kabine ohne Anzeichen von Stress. Die Expertin achtet ohnehin darauf, dass es ihrem Schützling während der Ausflüge gut geht. „Würde Zapaya unruhig werden, würde ich sie auf die Wiese vors Haus bringen.“

Quelle: HNA

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