Alte Heizungen müssen jetzt raus - Sonst droht Geldstrafe

Schwalm-Eder. Viele Hauseigentümer im Schwalm-Eder-Kreis erwarten hohe Kosten: Bis 2015 hätten alle vor 1985 eingebauten Heizkessel ausgetauscht werden müssen.

Die von der Bundesregierung beschlossene Energieeinsparverordnung (EnEV) gilt seit Mai 2014, die Kontrolle übernehmen Schornsteinfeger.

Laut einer Erhebung des Bundesverbandes der Schornsteinfeger gibt es rund eine Million Öl- und Gasheizungen, die vor 1985 eingebaut wurden. Bei 18 Millionen Wohngebäuden in Deutschland sind dies knapp fünf Prozent - auch im Schwalm-Eder-Kreis.

Ein Austausch alter Anlagen kann sich für den Besitzer durchaus rechnen, so Arno Hucke, Obermeister der Innung Sanitär, Heizung, Klima im Landkreis: „Die alten Brenner verbrauchen mehr Gas und Öl als moderne. Das fällt am Jahresende jedem Hausbesitzer auf, weil sich die Ersparnis auszahlt.“

Ob eine Heizung ausgetauscht werden muss oder nicht, darauf geben die Heizungstechniker, die die Anlage warten sowie die Schornsteinfeger Hinweise. Hauseigentümer sind gut beraten, diese Hinweise ernst zu nehmen, denn: Die EnEV sieht bei Verstößen eine Geldbuße von bis zu 50 000 Euro vor.

Generell gilt: Heizkessel, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Bisher galt die Pflicht zum Umrüsten nur für vor 1978 eingebaute Heizkessel.

Aber nicht jede alte Heizung muss automatisch ausgewechselt werden: Besitzer von selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern müssen die alten Kessel nur tauschen, wenn sie das Haus 2002 oder später bezogen haben. Wechselt ein Gebäude mit alter Heizung künftig den Besitzer, hat dieser nach der Übernahme zwei Jahre Zeit für den Austausch. Niedertemperatur-, Brennwertkessel und Anlagen, deren Nennleistung unter vier oder über 400 Kilowatt liegen, genießen einen Bestandsschutz.

Quelle: HNA

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