Schuldnerberatung verzeichnet steigende Zahl von Betroffenen

Alte Menschen häufiger in der Schuldenfalle

Wolfhager Land. Die Zahl alter Menschen, die sich verschuldet haben, steigt. Das stellen Schuldnerberater fest. Die Zahl hat in den vergangenen zwei Jahren um 30 Prozent zugenommen, schätzt Christoph Freiburger, Schuldner- und Insolvenzberater beim Diakonischen Werk Hofgeismar-Wolfhagen.

Das sei allerdings eine Schätzung und keineswegs ein repräsentativer Wert.

Die Gründe, warum gerade die Zahl der Senioren steigt, sei zum einen im demografischen Wandel begründet. Die Zahl der Senioren steige immens. Und heute würden ältere Menschen viel mehr am Leben teilnehmen, als frühere Generationen. „Sie fahren in den Urlaub, schaffen sich neue Medien an und nutzen Dienstleistungen“, sagt Freiburger. Das kostet Geld. Aber auch Umbrüche im Leben, etwa der Tod des Partners könnten die finanzielle Situation plötzlich verschlechtern. Und auch die sinkenden Renten sorgen für Geldmangel.

Außerdem sei es heute längst nicht mehr Standard, dass Menschen ihr Leben lang beim selben Arbeitgeber blieben. Arbeitslosigkeit, Minijobs und ähnliches sind weitere Faktoren, die in die Schuldenfalle führen können. Mit verschiedenen Aktionstagen betreiben die Schuldnerberater Präventionsarbeit.

Es komme häufig vor, dass die Verschuldung erst spät bemerkt wird, erklärt der Schuldnerberater. Angehörige stellten zum Beispiel fest, dass der Strom abgestellt wurde oder die Heizung nicht läuft, weil Öl- und Gastanks leer sind.

Menschen mit finanziellen Problemen verschleierten die Probleme oft aus Scham. So würden häufig die Reserven aufgebraucht und das Konto überzogen, bis gar nichts mehr geht. Deswegen, sagt Berater Freiburger, solle man früh zur Beratung gehen. Wichtig sei es den ersten Schritt zu machen. Freiburger: „Es gibt immer eine Lösung.“

Von Bea Ricken und Olaf Dellit

Quelle: HNA

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