In Hebel wurde in der Johannisnacht erzählt, musiziert und gespendet

Alte, neue Geschichten

Johannisnacht an der Hebeler Kirche: von links Pfarrerin Sabine Koch, Autorin Susanne Niemeyer, Mario Raic und Katja Wolf. Fotos: Dellit

Hebel. „In Krisenzeiten hat sich Gold schon immer bewährt.“ Was klingt, wie der Rat eines Finanzexperten in einer aktuellen Nachrichtensendung, ist in Wirklichkeit eine uralte Geschichte. Sie steht in der Bibel und handelt vom Tanz um das Goldene Kalb.

Susanne Niemeyer, Autorin aus Hamburg, hat diese Geschichte am Samstag am Johannisfeuer im Schatten der Hebeler Kirche erzählt. Ihr gelang es, die alten Geschichten ganz neu zu erzählen, ohne sie plump in die Tagesaktualität zu zwingen.

Alle Geschichten hatten einen Bezug zum Feuer. Pfarrerin Sabine Koch hatte die Tradition des Johannisfeuers in der kürzesten Nacht des Jahres aufgegriffen. Die Gitarristen Mario Raic und Katja Wolf spielten meditativ-filigrane Klänge und sorgten für eine besinnliche Stimmung im Duftgarten.

Gemeindemitglieder verkauften Holundersekt und selbst gebackene Knabbereien. Deren Erlös sowie der aus der Versteigerung alter Orgelpfeifen in der Pause ist für eine neue Orgel bestimmt.

Doch im Mittelpunkt des Abends, zu dem fast 100 Gäste gekommen waren, standen die Geschichten, die Niemeyer nicht las, sondern erzählte.

Die Frau im gemütlichen Kapuzenpulli stand oft mit geschlossenen Augen vor ihrem Publikum und nahm die Zuhörer mit auf eine Geschichtenreise.

Auch das steht in der Bibel

Da war die Geschichte von Rut, der Magd, die auf Anraten ihrer Schwiegermutter beim reichen Bauern unter die Bettdecke kriecht. Mit Erfolg, denn Boas wird sie später heiraten. Mancher mag erstaunt gewesen sein, doch auch diese Geschichte steht – in anderen Worten – in der Bibel.

Es war ein unterhaltsamer, ein anregender und auch überraschender Abend in Hebel. Wie hieß es im fiktiven Zwiegespräch mit Gott? „Die Geschichten kenne ich schon.“ – „Kennst Du nicht!“ www.freudenwort.de

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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