Konzept der Kirchengemeinde sieht Neubau mit Tagespflege, Pfarrbüro und Pfarrwohnung vor

Altmorschen: Altes Pfarrhaus soll nicht verfallen

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Sorgen sich ums Pfarrhaus: Erika Görke, Rainer Bickel und Joachim Kohlhaas wollen, dass die Sanierung des Pfarrhauses erste Priorität hat.

Altmorschen. Joachim Kohlhaas, Erika Görke, Rainer Bickel und Andreas Gründel sorgen sich, dass die Sanierung des alten Pfarrhauses durch das Konzept der Kirchengemeinde - das einen Neubau mit Tagespflege, Pfarrbüro und Pfarrwohnung vorsieht - aus dem Fokus gerät.

Nachdem die HNA über das Konzept berichtet hatte, hatten die fünf ihre Bedenken in einem Leserbrief geäußert und „Rettet das Pfarrhaus! Erhalt statt Neubau“ gefordert. Dabei stellte die Gruppe eines klar: „Wir sind nicht gegen das Konzept und nicht gegen einen Neubau - ganz im Gegenteil, wir begrüßen das.“

Sie seien laut Erika Görke von vielen Menschen im Ort angesprochen worden, ob man sich nicht in Unterschriftenlisten eintragen könne. Offenbar teilten in der Kirchengemeinde viele ihre Bedenken. Deshalb haben sie Listen erstellt und an verschiedenen Stellen ausgelegt. 210 Unterschriften konnten gestern an Dekan Norbert Mecke übergeben werden.

Auch habe man nichts dagegen, wenn das Pfarrhaus nicht mehr als Pfarrhaus genutzt werde. Aber durch das Konzept, das vorsieht, das ganze Gelände samt altem Pfarrhaus an einen privaten Investor zu verkaufen, der das Gebäude in einem zweiten Bauabschnitt sanieren will, hätte es nicht mehr erste Priorität. Das aber wünsche er sich, sagt Kohlhaas. „Was ist, wenn das Konzept des privaten Investors nicht aufgeht?“, sagt er.

Die evangelische Kirche habe eine moralische Verpflichtung, historisches Kulturgut zu erhalten. „Wir haben mitbekommen wie es ist, wenn ein Denkmal vor sich hindümpelt. So etwas möchte ich nicht mehr erleben“, sagt Erika Görke. Sie würde auch Spenden sammeln, wenn es sein müsste. Aber es fehle an Informationen, bemängeln die fünf. Sie fühlen sich als Kirchenmitglieder nicht informiert über das, was mit dem Areal an der Paul-Frankfurth-Straße 33 geplant ist.

„Wir wollen Transparenz. Wir wollen wissen, wie weit die Planungen fortgeschritten sind. Was da passiert“, sagt Rainer Bickel. Es gebe viele Gerüchte, aber wenig Konkretes. „Wir wollen in angemessener Weise informiert werden.“ 

Von Barbara Kamisli

Das sagt Dekan Norbert Mecke:

„Die Sorge um das Pfarrhaus Altmorschen ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit des Ortes mit seiner evangelischen Kirchengemeinde. Es wäre schlimm, wenn nicht diskutiert würde, sondern Gleichgültigkeit herrschte. Die Sorge teilt auch der Kirchenvorstand. Sie sei eng verbunden mit der Frage nach der Finanzierbarkeit einer sehr umfassenden Renovierung, den Bewirtschaftungskosten und der Wohnraumfrage für Pfarrstelleninhaber und Gemeinde. Die vom Kirchenvorstand unter Abwägung der Alternativen entwickelte Konzeption zielt auf die Kombination von Zukunftsfähigkeit und einem generationsübergreifenden Gemeindekonzept. „Erhalt oder Neubau“ sind in der von der HNA bereits vorgestellten Planung keine Gegensätze, da das alte Pfarrhaus ja nicht vom Abriss bedroht ist oder dem Verfall preisgegeben, sondern lediglich umgenutzt wird. In Altmorschen ist Ähnliches erfreulich erfolgreich ja auch mit anderen ortsbildprägenden Gebäuden so geschehen. Die regen Diskussionen im Ort zeigen den gut verständlichen Informationsbedarf und die Wichtigkeit einer Gemeindeversammlung.“ (kam)

 

Konzept für das Kirchengrundstück

Wie bereits berichtet, hat die Kirchengemeinde Altmorschen ein Konzept vorgestellt. Das sieht vor, hinter dem alten Pfarrhaus einen Neubau zu errichten. Investor Klaus Kühlborn wird laut Pfarrer Lars Bachmann der Kirche das Grundstück samt altem Pfarrhaus abkaufen. Im Neubau will die Diakoniestation Fulda-Eder 15 Tagespflegeplätze anbieten, in der zweiten Etage sollen Pfarrbüro, Gemeindesaal, Küche usw. untergebracht werden. Im dritten Stock soll eine Pfarrwohnung entstehen. Die Kirche plant Gemeinderäume und Wohnung für rund 700 000 Euro zurück zu kaufen. Im zweiten Bauabschnitt soll das Pfarrhaus saniert werden. Als eine mögliche Nutzung wurden altengerechte Wohnungen genannt. (kam)

Quelle: HNA

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