Keltenscheune soll Touristen locken – Ausgangspunkt für archäologischen Rundweg

Alte Siedlung neu beleben

Keltenscheune: So soll das Gebäude auf der Altenburg einmal aussehen. Links der Blick von Süden und rechts ein Schnitt durch das Gebäude. Repro: HNA

Römersberg. Auf der keltischen Ringwallanlage Altenburg soll eine Keltenscheune entstehen. Gebaut aus massiven Eichenstämmen, soll sie unter anderem als wetterfester Ausgangspunkt des archäologischen Pfades dienen.

Doch bevor die Handwerker anrücken, um die Eichenstämme aufzubauen, sollen nach den Vorstellungen von Bürgermeister Kai Knöpper Freiwillige zupacken, um die 120 Stämme zu entrinden. Helfen können nur Erwachsene, schränkt Knöpper ein.

Denn „die Eisen sind sehr scharf, da kann man keinen Jugendlichen ranlassen“. Wer seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte, sollte sich bei der Gemeinde Neuental als Freiwilliger melden. „Die Verpflegung wird natürlich von uns gestellt“, sagt Knöpper.

Doch mit dem Schälen der Stämme ist es nicht getan. 36 Stämme müssen entsplintet werden. Doch dazu werden Facharbeiter eingesetzt, sagt Knöpper. Sind die Eichenstämme vorbereitet, kann der Bau der Keltenscheune beginnen. Nach den Plänen wird sie zwölf Meter lang, sieben Meter breit und knapp acht Meter hoch sein. Das Dach wird mit Eichenschindeln gedeckt. Die Kosten beziffert Knöpper auf 130 000 Euro.

Mit der Keltenscheune soll an der Altenburg allerdings kein „geschichtliches Disneyland“ entstehen. Vielmehr soll die Scheune an die Besiedlung erinnern und als wetterfester Ausgangspunkt für den archäologischen Rundwanderweg dienen.

Nach den Plänen soll ein Drittel der Scheune offen zugänglich sein. Im hinteren Teil der Scheune sollen in Vitrinen archäologische Funde präsentiert werden. „Sie werden nur bei Bedarf gezeigt“, sagt Knöpper. Ansonsten könne der Raum von Gruppen für Vorträge, Diskussionen und Informationen vor der Rundwanderung genutzt werden.

Aus historischer und archäologischer Sicht hat der Pfad einiges zu bieten: Aus der jüngsten Zeit ist die Wasserversorgung zu sehen, aus dem Mittelalter tauchen die landwirtschaftliche und die Wüstung Blankenhain auf. Bäuerliche Überreste der Eisenzeit und die Keltenburg, deren Wallanlage erkennbar ist, zeugen von der Besiedlung der Region. Insgesamt sieht Knöpper das Projekt Keltenscheune als einen Baustein in der touristischen Entwicklung Neuentals.

Doch nicht nur Touristen sollen den Platz an der Altenburg nutzen. Er dient seit langem den Römersbergern als Grillplatz. Und als die Idee der Keltenscheune geboren wurde, musste zunächst die Grillhütte weichen. Doch aufgeben wollten sie die Grillhütte nicht. So rückten die Römersberger aus, um sie eigenhändig umzusetzen, und schafften Platz für die Scheune.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare