Friederike von Krosigk und Klaus Jäckel gastierten im Kloster Haydau

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Perfektes Zusammenspiel: Friederike von Krosigk und Klaus Jäckel erzählte musikalisch romantische Stücke.

Altmorschen. Allen wird wärmer ums Herz bei Liebesliedern aus Spanien. Das versprach am Samstagabend Friederike von Krosigk den 70 Besuchern im Engelsaal des Kloster Haydau.

Zusammen mit dem Gitarristen Klaus Jäckle war sie von ihrem Schloss Hohenerxleben bei Magdeburg ins Fuldatal gekommen. Auf Einladung des Kulturrings Morschen verzauberte sie ihr Publikum mit „Romanza d’amore“, einem Reigen aus Musik, Rezitationen und Tanz.

„Wach auf mein’s Herzens Schöne“ begann die romantische Reise in Deutschland und folgte dann des Spuren der Alhambristen. Die Romantik des Südens, besonders des spanischen Andalusiens und der Alhambra, faszinierte schon im 19. Jahrhundert Künstler in Deutschland. Sie schlossen sich zu jener Künstlergruppe zusammen, die dem Glanz der andalusischen Burg zur Zeit der Mauren nachspürte.

Die Tauer des Herrschers

Die Künstlerin erklärte, wie auf diese Weise Heinrich Heines Gedicht entstand über die Trauer Boabdils, des letzten maurischen Herrschers in Andalusien. Mit der Gitarre empfand Klaus Jäckel die Tränen nach, die Boabdil beim Verlassen der Burg 1492 vergossen habe - dazu rezitierte Friederike von Krosigk das Gedicht. Vor den Zuhörern entstand das Bild von vergangener Pracht und Größe und unendlicher Trauer.

Und dann lockte wieder das alte Spiel zwischen Mann und Frau: „Hembra“ so heißt die Kastagnette mit dem höheren Ton, und „macho“, die mit den tieferen, begannen das Spiel mit vorsichtigen Dialogen, spielerischen Passagen bis zu rasenden Rhythmen, um dann abrupt zu enden. Der Gitarrist nahm das Spiel auf, wiederholte, preschte mit perlenden Tönen voran oder webte einen Klangteppich zum Stakkato der Kastagnetten.

Klaus Jäckel zählt zu den besten Konzertgitarristen in Deutschland – „manchmal glaube ich nicht, dass er nur zehn Finger hat“, bemerkte von Krosigk bei ihrer Moderation. Sie selber hat beim Flamenco-Tanzunterricht ihre Liebe zu den Rhythmus-Hölzern gefunden und ihr Spiel bis zur Meisterschaft entwickelt.

Der zweite Teil des Abends war vor allem dem südamerikanischen Tango gewidmet. Kraftvolle Passagen wechselten mit verspielten, und das Zusammenspiel der beiden Musiker zeigte wiederum höchste Perfektion.

Und dann endete die Reise wieder in Deutschland mit einem weiteren Gedicht von Heinrich Heine. Bedauerndes „oooh“ aus dem Publikum am Ende bewies, wie das Engagement von Dorothea Becker-Puhl, dem Kulturring und der Unterstützung einer Pharmafirma geschätzt wird, Musiker der Spitzenklasse in das Kloster zu holen.

Von Lotte Schüler

Quelle: HNA

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