Tracht und Mundart – Donnernder Applaus für die Theatergruppe des Gesangvereins

Das alte Thema immer neu

Charmantes Geplänkel: Student Hans (Nicolai Heft) hatte es der kernigen Bauerstochter Elsbeth, gespielt von Lisa Steinbrecher, angetan. Am Ende wurde Verlobung gefeiert. Fotos: Rose

Zella. Die Zellaer Theatergruppe des Gesangvereins ist ein starker Publikumsmagnet: Fünf Veranstaltungen hat das Team um den Vorsitzenden Walter Friedrich organisiert, am Samstag feierten die Akteure Premiere im Saal des Landgasthofes Bechtel. 300 Besucher amüsierten sich bei zwei heiteren Komödien. Seit jeher agiert die muntere Truppe unter der Regie von Anneliese Dörrbecker in Tracht und Mundart.

„Theater uh alle Egge“ lautete der Titel des ersten Schwankes, in dem Bauer Hännes nicht nur mit dem Damen des Hauses eine Menge Ärger bekommt. Dabei schien die Rolle Kurt Bechtel auf den Leib geschneidert worden zu sein. Mit kauzigem und launigem Charme kommentierte er das traute Familien- und Dorfleben. Kein gutes Haar ließ indes Lisbeth, seine Frau, dargestellt von Viloa John-Gies, an ihrem Hännes. „Äss ess halb 12, du leijt die ahl Söüßnoos noch im Bett“, beschwerte sie sich süffisant bei Schwester Mattche.

Die begab sich auf Männerfang. Mit wirrem Haar, dicker Brille und langer, rosafarbener Wollunterhose unter den Schwälmer Röcken riss Christel Schwalm das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Das Trio komplett machte Lisbeths Tochter Elsbeth, gespielt von Lisa Steinbrecher, die mit frechen Sprüchen den Vater fast zur Weißglut brachte.

Für jeden Zellaer den richtigen Spruch hatte Walter Friedrich als Nachbar Heinz auf den Lippen. Brillant im Wortwitz fädelte er mit Hännes so manche Heimlichkeit ein. Die beiden Bauern planten nämlich ein Theaterstück, bei dem jedoch die Damen des Hauses keine Rolle spielen sollten. Viel lieber wollten die Herren von der mannstollen Bedienung des Wirtshauses auf der Bühne geküsst werden.

Doch es kam, wie es kommen musste: Die Frauen ließen sich nicht täuschen. Zwar sorgten Student Hans (Nicolai Heft) und Eisenhändler Kurt (Tobias Schultheiß) für turbulente Ablenkung, doch die gestandenen „Wejslejt“ ließen sich nicht beirren. Gemeinsam mit Kechen – der resoluten Küchenfrau Anna Maria Bechtel – und Grettche (Elisabeth Bechtel) aus der Nachbarschaft schlugen sie den Männern ein Schnippchen. Und am Ende stellte man fest, dass man ohne einander auch nicht kann. Zwei Verlobungen und ein gezähmter Bauer Hännes stimmten Schauspieler und Zuschauer fröhlich – was mit donnerndem Applaus honoriert wurde.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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