Alte Turnhalle in Gensungen und Felsberg: SPD möchte Kosten-Nutzen-Analyse

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Was wird mit den alten Turnhallen: In der 1965 erbauten Schulturnhalle in Felsberg (Foto) müsste nicht nur eine energetische Sanierung erfolgen, so wie in der Gensunger Turnhalle, sondern es gibt auch immer wieder Schäden.

Felsberg / Gensungen. Sollen die beiden städtischen Sporthallen - die Aßmann-Halle in Gensungen und die Vereinsturnhalle in Felsberg - saniert werden, so wie es seit Jahren geplant ist, oder wäre ein Neubau die sinnvollere Lösung?

Darüber macht sich zurzeit die SPD Gedanken. Eine Kosten-Nutzen-Analyse, die nicht nur beide Varianten umfasst, sondern auch die Gymnastikhalle in Neuenbrunslar einbezieht, ist das Ziel.

Eine energetische Sanierung steht seit Jahren in den städtischen Haushalten. Das dafür eingeplante Geld wurde aber aufgrund von Parlamentsbeschlüssen zugunsten anderer Projekte umgewidmet. Obwohl in den Haushaltsplänen 2010 und 2011 erneut Geld bereit gestellt wurde und Anträgen auf Finanzierung aus dem Sonderkonjunkturpaket zugestimmt wurde, sei hinsichtlich beider Sporthallen nichts geschehen, berichtet Dirk Becker von der SPD-Fraktion.

Als über den Nachtragshaushalt 2010 diskutiert wurde, brachte er den Stein ins Rollen. Es wäre sicher sinnvoll, sagte er in der Dezembersitzung, über einen anderen Weg nachzudenken, nämlich einen möglichen Neubau. Die ermittelten Kosten für die Instandhaltung der Felsberger Halle waren mit über einer Million Euro, die für die Gensunger Halle mit 374 000 Euro veranschlagt worden.

Fakt ist, dass das Flachdach der Felsberger Turnhalle undicht ist und der Dachdecker immer wieder wegen Reparaturen gerufen werden muss. Zahlreiche alte Wasserschäden sind dafür ein Zeichen. Weil die Halle, die an die Holzhackschnitzelheizung der Drei-Burgen-Schule angeschlossen ist, geheizt wird, trocknen die Stellen wieder ab, bleiben aber als gelbe Flecken sichtbar. In den vergangenen drei Jahren sei nur Flickschusterei betrieben worden, sagt Dirk Becker. Und Bernd Steller fügt an: „Bisher war das immer nur eine Instandhaltung, Aber macht das auf Dauer Sinn?“

Die alten Lampen verbrauchen viel Strom, die Armaturen im Wasch- und Duschraum sind nicht mehr in Ordnung. Inzwischen gebe es aber zum Duschen wenigstens warmes Wasser, sagt Hallenwart Karl-Heinz Weisbrod. Auch die Lärmbelastung ist hoch. Das Wort „Halle“ bekommt in der Vereinsturnhalle eine ganz andere Bedeutung.

Gut genutzt wird die Sportstätte dennoch fast täglich: von den Kindern und Jugendlichen der Schülerbetreuung und dann von 16.30 bis 22 Uhr von Vereinen.

Da alle Sportvereine, außer dem in Lohre, Mitglied sind in der Interessengemeinschaft Alte Schulturnhalle in Felsberg, die Träger der Halle ist, beteiligen sie sich auch an der Unterhaltung. Sie zahlen als Mitgliedsbeitrag den vollen Zuschuss, den die Stadt den Sportvereinen gewährt. Für den Fußballverein FSC Gensungen/Felsberg mache das im Jahr 415 Euro aus, weiß Vorstandsmitglied Dirk Becker.

Erste Schulturnhalle in Fertigbauweise in Hessen

Die Sporthalle in Felsberg sei die erste in Hessen gewesen, die in Fertigbauweise errichtet wurde, erinnert sich Hans Poth, der bis vor einigen Jahren Lehrer an der Drei-Burgen-Schule war. Etwa zeitgleich mit der damaligen Mittelpunktschule sei die Halle 1965 gebaut worden. Schule und Halle gehörten damals der Stadt und seien untrennbar mit dem Namen des damaligen Bürgermeisters Ernst Schaake verbunden. Dann wurde der Schwalm-Eder-Kreis Schulträger. Vor etwa zehn Jahren übertrug der Landkreis die Trägerschaft der Schulturnhalle an die Stadt Felsberg und zahlte die Kosten für einen Abriss. Doch abgerissen wurde sie nicht. Stattdessen übernahm die Interessengemeinschaft Alte Schulturnhalle Felsberg die Trägerschaft, Eigentümerin ist die Stadt. (bmn)

Quelle: HNA

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