Im Schwalm-Eder-Kreis fehlen jetzt schon 35 Fachkräfte

Notstand in der Altenpflege: In Schwalm-Eder fehlen schon 35 Fachkräfte

Schwalm-Eder. In der Altenpflege droht der Notstand: Bundesweit steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten 20 Jahren von derzeit 2,2 Millionen auf drei Millionen an. Auch im Schwalm-Eder-Kreis bestätigt sich der Trend.

Daten des Statistischen Landesamtes zufolge beläuft sich die Zahl der Pflegebedürftigen hier auf 7500. Sechs Jahre zuvor waren es noch 6200.

„Die heutigen finanziellen Mittel der Pflegeversicherung reichen für die wachsende Zahl an Pflegebedürftigen nicht aus“, sagt Michael Schmidt voraus. Er ist Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen. Zudem mache sich bereits eine Lücke zwischen dem Bedarf an Pflegekräften und den zu Pflegenden bemerkbar, besonders in der Altenpflege. Dass es schon jetzt schwer ist, geeignetes Personal einzustellen, bestätigt Stefan Ochs, Geschäftsführer der Diakoniestation Fulda-Eder. "Ich habe monatelang gesucht, um vier freie Stellen zu besetzen und musste dabei einige Kompromisse eingehen."

Die Entwicklung belegen Zahlen der Arbeitsagentur: Im Schwalm-Eder-Kreis werden derzeit schon 35 Altenpfleger sowie 31 Krankenpfleger gesucht. Dass gleichzeitig über 100 Pfleger arbeitslos gemeldet sind, begründet Cornelia Harberg von der Arbeitsagentur Kassel so: „Das Profil der Arbeitssuchenden passt oft nicht zu den Stellen“. Ohne Führerschein könne man etwa nicht in der mobilen Pflege eingesetzt werden.

Der Hessische Pflegemonitor sagt voraus, dass der Bedarf an Altenpflegern allein in den nächsten fünf Jahren im Schwalm-Eder-Kreis um 50 ansteigen wird. Infolge des demografischen Wandels gibt es aber nicht nur mehr Pflegebedürftige, sondern auch immer weniger potentielle Auszubildende. „Wir müssen uns mehr als früher anstrengen, um alle Plätze zu besetzen“, sagt dazu Dorothea Pampuch, Leiterin der Awo-Altenpflegeschule in Homberg.

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Quelle: HNA

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